ZweiundFFFierzig
Mittwoch, 29. August 2012, 13:16 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Film und Fernsehen

Nein, dieses Blog ist nicht tot – es ist untot. Kein Wunder also, dass es pünktlich zum 26. Fantasy Filmfest, das vom 29.08. bis zum 05.09.2012 seine Zelte im Stuttgarter Metropol aufschlägt, seine kalten Hände aus dem Grab streckt und mal kurz “hallo” sagt. Ja, der Zirkus ist in der Stadt und Squalus geht hin!

Ich bin wieder dabei: Zum fünften Mal in Folge und zum zweiten Mal mit Dauerkarte. In diesem Jahr habe ich mir das extrem hohe Ziel gesteckt, insgesamt 42 Vorstellungen zu besuchen. Ob ich, wie im letzten Jahr, schwächeln werde oder ob ich mein Plansoll erfüllen werde, das weiß nur das fliegende Spaghettimonster. Immerhin bekomme ich diesmal mit R aus Ra. (deine Karten hole ich heute ab) für ein paar Tage Unterstützung beim Filmegucken.

Und das ist meine FFF-Filmauswahl 2012:

Mittwoch, 29.08.2012
20:00 Uhr Sightseers
22:15 Uhr V/H/S

Donnerstag, 30.08.2012
15:00 Uhr Resolution
17:00 Uhr Nightfall
19:15 Uhr Grabbers
21:15 Uhr Killer Joe
23:30 Uhr Blind Alley

Freitag, 31.08.2012
13:00 Uhr Cleanskin
15:00 Uhr Thale
17:00 Uhr The King of Pigs
19:00 Uhr The Possession
21:00 Uhr Doomsday Book
23:30 Uhr A.C.A.B. – All Cops Are Bastards

Samstag, 01.09.2012
13:00 Uhr Portrait of a Zombie
15:00 Uhr Staship Troopers: Invasion
17:00 Uhr Sushi Girl
19:00 Uhr The Suicide Shop – 3D
21:30 Uhr Cockneys vs. Zombies
23:30 Uhr Inbred

Sonntag, 02.09.2012
13:00 Uhr Switch
15:00 Uhr The Wee Man
17:00 Uhr Piranha – 3DD
19:15 Uhr Beasts of the Southern Wild
21:30 Uhr Game of Werewolves
23:30 Uhr Morituris

Montag, 03.09.2012
13:00 Uhr Violet & Daisy
15:00 Uhr A Gang Story
17:00 Uhr The Pact
19:00 Uhr Flying Swords of Dragon Gate – 3D
21:15 Uhr Excision
23:15 Uhr Wrath

Dienstag, 04.09.2012
13:00 Uhr Vamps
15:00 Uhr The Cat
17:00 Uhr Storage 24
19:00 Uhr God Bless America
21:15 Uhr Compliance
23:15 Uhr The Sword Identity

Mittwoch, 05.09.2012
13:00 Uhr The Dinosaur Project
15:00 Uhr Comedown
17:00 Uhr 13 Eerie
19:00 Uhr Ace Attorney
21:45 Uhr The Baytown Outlaws



Jahreswechselfilmsessionblogeintrag
Sonntag, 15. Januar 2012, 18:41 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Film und Fernsehen

Auf vielfachen einfachen Wunsch poste ich hier ohne weitere Erläuterung den Output der letzten Filmsession des ‘Cineatischen Kreises’. Viel Spaß!

Donnerstag, 29.12.2011

Flatworld (Deutschland 1997, O: Flatworld, R: Daniel Greaves)

Anthony Bourdain in Tokio

Life in a Day (Planet Erde 2010, O: Life in a Day, R: Kevin Macdonald)

Rubber (Frankreich 2010, O: Rubber, R: Quentin Dupieux)


Freitag, 30.12.2011

Exit Through the Gift Shop (Großbritannien 2010, O: Exit Through the Gift Shop, R: Banksy)

The King of Kong: A Fistful of Quarters (USA 2007, O: The King of Kong: A Fistful of Quarters, R: Seth Gordon)

Hansel & Gretel (Südkorea 2007, O: Henjel gwa Geuretel, R: Lim Pil-seong)

Spione (Deutschland 1928, O: Spione, R: Fritz Lang)

Mit Schirm, Charme und Melone – Die Nacht der Sünder (Großbritannien 1966, O: The Avengers – A Touch of Brimstone, R: James Hill?)


Samstag, 31.12.2011

Duell der Giganten (Hong Kong 1976, O: Du bi quan wang da po xue di zi, R: Wang Yu)

Blood Tea and Red String (USA 2006, O: Blood Tea and Red String, R: Christiane Cegavske)

Redline (Japan 2009, O: Redline, R: Takeshi Koike)

Surviving the Game – Tötet ihn! (USA 1994, O: Surviving the Game, R: Ernest R. Dickerson)

Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes (USA, Großbritannien 1971, O: The Abominable Dr. Phibes, R: Robert Fuest)


Sonntag, 01.01.2012

Die Teuflischen (Frankreich 1955, O: Les Diaboliques, R: Henri-Georges Clouzot)

Cold Fish (Japan 2010, O: Tsumetai Nettaigyo, R: Sion Sono)

Track 29 – Ein tödliches Spiel (USA, Großbritannien 1988, O: Track 29, R: Nicolas Roeg)

Bedevilled (Südkorea 2010, O: Kim-bok-nam Sal-in-sa-eui Jeon-mal, R: Jang Cheol-so)

Das Todeslied des Shaolin (Hong Kong 1977, O: Shen quan da zhan kuai qiang shou, R: Wang Yu)


Montag, 02.01.2012

Welt am Draht (Deutschland 1973, O: Welt am Draht, R: Rainer Werner Fassbinder)

First Squad (Japan, Russland 2009, O: Fâsuto sukuwaddo, R: Yoshiharu Ashino)

Metropia (Schweden 2009, O: Metropia, R: Tarik Saleh)



Sehr späte SpätFFForstellung
Freitag, 7. Oktober 2011, 18:13 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Film und Fernsehen

Da war doch kürzlich was!? Naja, “kürzlich” ist ja inzwischen auch nicht mehr so ganz richtig. Lohnt es sich überhaupt noch, am 07. Oktober über eine achttägige Veranstaltung zu bloggen, die am 07. September endete? Ich weiß es wirklich nicht, mache es aber trotzdem.

Das Fantasy Filmfest, das in diesem Jahr vom 31.08. bis zum 07.09. im Stuttgarter Metropol Station machte, ist also seit genau einem Monat Geschichte. Da ich erstmals mit einer Dauerkarte am FFF teilnahm und deren Vorteile in vollen Zügen ausnutzen wollte, waren meine Ziele für die acht Festtage sehr hoch gesteckt. Insgesamt waren achtunddreißig Kinobesuche geplant. Was ist daraus geworden? Habe ich mir zu viel aufgebürdet? Bin ich auch in diesem Jahr wieder einmal in einer falschen Vorstellung gelandet? Was geschieht mit Menschen, die während der Vorstellung in meiner näheren Umgebung simsen oder telefonieren? Und wie waren eigentlich die ganzen Filme? Fragen über Fragen, die in meiner späten Spätlese beantwortet werden sollen.

Um es gleich am Anfang auf den Tisch zu bringen: Nein, ich habe nur zweiunddreißig statt der geplanten achtunddreißig Kinovorstellungen besucht. Und um die Sache noch ein wenig dramatischer zu machen: Ich habe insgesamt nur einunddreißig verschiedene Filme gesehen, da ich es wieder einmal geschafft habe, mich in das falsche Kino zu setzen. Statt mir am vorletzten Tag “Hideaways” im Metropol 2 zu Gemüte zu führen, marschierte ich am frühen Nachmittag ziemlich übermüdet ins Metropol 1, um mich versehentlich ein zweites Mal an “Deadheads” zu erfreuen. Naja, es gibt Schlimmeres, zumal “Deadheads” zu meinen persönlichen Favoriten des diesjährigen FFF gehörte.

Weitere sechs Filme gingen mir am fünften Festivaltag durch die Lappen bzw. ich ließ sie mir nach den ersten vier Tagen Kino-Marathon aus Konditionsgründen freiwillig durch die Lappen gehen, indem ich einen Ruhetag einlegte und zu Hause blieb. So kam es, dass ich die eingeplanten Vorstellungen von “I Am You“, “A Lonely Place to Die“, “A Horrible Way to Die“, “Grave Encounters“, “Urban Explorer” und “The Assault” nicht besuchte. Der Ruhetag hat mir jedenfalls nicht geschadet und ich konnte anschließend den Rest des Festivals entspannt und stressfrei mitnehmen.

Entspannt und stressfrei sind übrigens nicht zu 100% richtig, denn einige Vorstellungen gingen mir enorm an die Substanz. Nicht, dass es mir etwas ausmachen würde, wenn hie und da mal ein paar Gedärme über die Leinwand fliegen und das Kunstblut kübelweise in die Kamera spritzt — Nee, über solche Kleinigkeiten kann ich nur müde die Mundwinkel verziehen. Viel schlimmer sind für mich schlechte Filme und asoziale Kinobesucher. Doch immer schön der Reihe nach. Ich fange mal mit den grottigen Filmen an, von denen ich in diesem Jahr Gott sei Dank nur zwei erwischt habe. Der Einfachheit und Kürze halber, werde ich bei den erwähnten Filmen jeweils meine seinerzeit auf Facebook geposteten Ultrakurzkritiken in Klammern hinter den Titel setzen.

Die absoluten Lowlights des FFF waren für mich “F” (FB: “Unoriginell” 3 von 10) und “Chillerama” (FB: “Pubertärer Scheissdreck” 0 von 10). Während “F” lediglich schlecht war, weil die Handlung völlig sinnbefreit und ohne Pointe war, hat mich “Chillerama” innerlich richtig auf die Palme gebracht. Größtenteils ging es in diesem Episodenfilm um Gags weit unter der Gürtellinie, was ja noch verzeihlich gewesen wäre. Die völlig überdrehte Episode “The Diary of Anne Frankenstein” war allerdings dermaßen geschmacklos, dass es mir schier hochkam. Es muss nicht immer alles absolut p.c. sein, aber meine persönliche Schmerzgrenze wurde in diesem Fall kilometerweit überschritten. IGITT!!!

Der Beweis, dass (absichtlich) schlecht gemachte Filme auch Spaß machen können, kam in diesem Jahr aus Norwegen. “Norwegian Ninja” (FB: “Durchgeknallter Trash aus Skandinavien” 7 von 10) bot alles, was einen in geselliger Runde zum Lachen reizt: Schlechte Special Effects, ungelenke Martial Arts Einlagen und abstruse Wikinger-Ninja-Philosophie. Ein schöner Party-Film, der inzwischen als DVD bei mir zu Hause liegt (gibt es sehr billig in GB!).

Oh, jetzt hätte ich doch glatt die Simser und Telefonierer vergessen, die einem eine Kinovorstellung so richtig schön versauen können. Mich beschleicht das ungute Gefühl, dass es von Jahr zu Jahr schlimmer wird. Nicht nur, dass es in den Zuschauerrängen permanent irgendwo aufleuchtet, weil wieder einmal irgendeine Pappnase kurz die Uhrzeit vom Handy ablesen muss, nein, inzwischen wird so ganz nebenbei während der Vorstellung die eine oder andere SMS oder Mail abgesetzt oder sogar telefoniert. Wie asozial muss man dafür eigentlich sein? Während der Aufführung von “The Dead” (FB: “Für Fans des Genres ganz ok. Die Zukunft des Horrorfilms sehe ich allerdings in der Komödie” 6 von 10) saß links von mir eine Blondine, die ziemlich ungeniert Nachrichten auf ihrem Klapperhandy verfasste. Als ich sie ziemlich heftig anknurrte, dass sie das gefälligst unterlassen solle, kam sie mir noch mit dem Spruch: “Aber ich muss…” — “Du – musst – gar – nichts !!!”, war meine Antwort, danach war Ruhe. Das ätzende “Ciao-i!” zum Abschied hätte sich die hohle Schnalle nach dem Film getrost sparen können. Der zweite SMS-Clown saß während “Yellow Sea” (FB: “Knallhartes südkoreanisches Gangster-Gemetzel, das fast gänzlich ohne Schusswaffen auskommt. *g* 9 von 10) rechts neben mir und kuschte dankenswerterweise sofort nach meiner ersten Ermahnung.

Besonders geärgert hat mich auch der Typ mit der Baseballkappe, der schon telefonierend in den Saal kam, sich vor mich setzte und während der ersten Szenen von “Stake Land” (FB: “Mäßig unterhaltsamer Vampir-Slasher” 5 von 10) fröhlich weiterquatschte. Vor rechts bekam er nach einer Weile verbalen Zunder von zwei angenervten Zuschauerinnen, während ich zeitgleich zur physischen Gewalt griff, dem redefreudigen Herren einen leichten Klaps auf den Hinterkopf verpasste und ihn aufforderte, sein Gespräch gefälligst vor dem Kino zu Ende zu führen. Als der Abspann lief, geschah übrigens etwas, mit dem ich wirklich nicht gerechnet hatte: Der Gemaßregelte stellte sich vor mich und entschuldigte sich bei mir sehr freundlich für sein schlechtes Benehmen. Das hat mir imponiert und mich tatsächlich milde gestimmt.

Wenn ich jetzt noch die leichte Magenverstimmung (McDonald’s zum Frühstück?) erwähne, die mich vorzeitig aus der Vorstellung von “Perfect Sense” (FB: “Abbruch wegen knurrendem Magen” wahrscheinlich 5 von 10) trieb, dann habe ich wohl alle Negativpunkte abgehakt. Grund genug, mich nun ins Mittelfeld zu begeben, um dann abschließend die Highlights zu verkünden.

Tja, das Mittelfeld. Wie in jedem Jahr wohl der größte Posten auf dem FFF. Vielleicht bin ich auch einfach zu kritisch, wer weiß? Das Mittelfeld: Filme, die irgendwie nicht gut sind, aber dennoch so unterhaltsam, dass ich sie nicht in Grund und Boden kritisieren möchte. Bei mir sind das die Wertungen, die irgendwo bei 5 oder 6 Punkten von 10 liegen. Oft gilt da Gnade vor Recht, wie z.B. bei “Yellowbrickroad” (FB: “Seltsamer Streifen” 5 von 10), “Rabies” (FB:”Israels erster Horrorfilm überhaupt in Anwesenheit der super-sympathischen Regisseure” leider nur 6 von 10) oder “Saint” (FB: “Der Nikolaus trifft auf John Carpenters ‘The Fog’ … in Amsterdam … in der Vorweihnachtszeit. Nicht gut, nicht schlecht” 5 von 10). Leider konnte mich “The Innkeepers” (FB: “Gut besetzter Spukstreifen. Nett anzuschauen, allerdings relativ belanglos” 6 von 10), trotz seiner hervorragenden Darsteller, zu keiner besseren Bewertung bewegen. Die kleine Hauptdarstellerin in “Don’t Be Afraid of the Dark” (FB: “Ein ganz solider Grusler, dem es allerdings an Innovation und Originalität mangelt.” 6 von 10) spielte ihre erwachsenen Schauspielerkollegen locker an die Wand, der Film selbst war unterm Strich aber nur Mittelmaß. Dass ich mich in den letzten Jahren ein wenig an chinesischen Historien-Epen übersehen habe, macht wohl meine Bewertung von “The Lost Bladesman” (FB: “Eher lauwarme chinesische Küche” 6 von 10) deutlich. Vom südkoreanischen “End of Animal” (FB: “Etwas zäh, aber nicht schlecht” 6 von 10) hatte ich etwas mehr erwartet. Obwohl mich “The Valdemar Legacy” (FB: “Wie sagt man ‘Komm mal zu Potte’ auf spanisch?” 5 von 10) schon nicht vom Hocker gehauen hatte, tat ich mir einen Tag danach auch noch “The Valdemar Legacy 2: The Forbidden Shadow” (FB: “Warum hätte er besser sein sollen als der erste Teil?” 5 von 10) an, um wenigstens das Pointe der wenig mitreissenden Geschichte zu erfahren. “The Dead”, “Stake Land” und “Perfect Sense” wurden ja bereits weiter oben abgehakt.

So, nachdem ich nun also durch das Mittelfeld gehechelt bin, kommen wird jetzt langsam, aber sicher zu den guten Filmen des 25. FFF. Beginnen möchte ich mit den von mir mit 7 bewerteten Streifen. Eine 7 bedeutet in meinem persönlichen Wertungssystem ungefähr: Definitiv gut, aber noch unterhalb der Grenze zur Begeisterung. Der Einzelkauf einer Eintrittskarte für diese Filme, wäre ich nicht Inhaber einer Dauerkarte gewesen, hätte sich aus meiner Sicht auf jeden Fall gelohnt. So wussten “Hair of the Beast” (FB: “Locker-leichter Werwolf-Spaß.” 7 von 10), “The Last Death” (FB: “Ganz ordentlicher (SciFi-)Thriller aus Mexiko.” 7 von 10), “Phase 7” (FB: “Kurzweiliger Quarantäne-Spaß aus Argentinien.” 7 von 10) sowie der bereits erwähnte “Norwegian Ninja” durchaus zu überzeugen. Der inzwischen offiziell in Deutschland angelaufene und von der Presse fast ausnahmslos positiv besprochene “Attack the Block” (FB: “Chavs vs. Gorilla Wolf Alien Mother****** — Definitiv ein spaßiger Party-Film.” 7 von 10) gefiel mir ebenso wie “Hell” (FB: “Hausschlachtung – Aus deutschen Landen frisch auf den Tisch. Überraschend gut.” 7 von 10), der übrigens auf dem FFF den Publikumspreis “Fresh Blood Award” einheimsen konnte. “Norwegian Ninja” hatte ich ja bereits erwähnt.

Wie schön, dass nach oben hin noch ein wenig Luft ist, denn nun folgen die Filme, die mir richtig gut gefallen haben. Unter die Haut gingen mir “Yellow” (FB: “Ein bitterböses Vater-Sohn-Boot-Camp-Drama aus Spanien.” 8 von 10), “Point Blank” (FB: “Intelligenter Thriller aus Frankreich.” 8 von 10), “Territories” (FB: “Bitterböse und unangenehm.” 9 von 10) und ganz besonders “Snowtown” (FB: “Schonungslose Kost aus Australien.” 9 von 10). Sehr spaßig fand ich den ziemlich fiesen “The Woman” (FB: “Krank und unterhaltsam.” 9 von 10), den Superhelden-Streifen “Super” (FB: “Nicht super, aber sehr unterhaltsam.” 8 von 10) und die thematisch ähnlich gelagerten Gammelfleisch-Komödien “The Revenant” (FB: “Ziemlich abgefahren und sehr amüsant.” 9 von 10) und “Deadheads” (FB: “Sympathische Zombies-sind-auch-nur-Menschen-Komödie” 9 von 10).

And the winner is… Nun, in den letzten Jahren gab es auf dem FFF Filme, zu sehen, die mich vor Begeisterung schier weggeblasen haben. Dazu gehören auf jeden Fall “Waltz with Bashir“, “Four Lions” und “Symbol“. In diesem Jahr blieb dieses Gefühl der Euphorie aus, dennoch gab es einen Film, der definitiv eine 10er-Wertung verdient hat: Kevin Smiths “Red State” (FB: “John Goodman gegen einen Haufen christlicher Fundamentalisten. Klare Ansage!” 10 von 10). Neugierigen sei dieser Streifen nachdrücklich ans Herz gelegt.

So, ich habe fertig! Sofern es mein Urlaub im nächsten Jahr zulässt, werde ich definitv wieder mit einer Dauerkarte auf dem Fantasy Filmfest aufschlagen. Wer weiß, vielleicht schaffe ich es dann sogar, sämtliche geplante Vorstellungen zu besuchen.



Einmal Ferden Fir noch Fach (FFF 2011)
Dienstag, 30. August 2011, 20:41 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Film und Fernsehen

Morgen geht es also los. Das Fantasy Filmfest geht in Stuttgart in die 25. Runde und darf somit Jubiläum feiern. Ich würde mich, obwohl ich erst zu vierten Mal in Folge dabei bin, als eingefleischten Fan dieses Festivals bezeichnen. In den vergangenen drei Jahren habe insgesamt 49 Filme verköstigt (11 Filme 2008, 19 Filme 2009, 19 Filme 2010), was meine Kondition das eine oder andere Mal an ihre Grenzen brachte. In diesem Jahr werde ich, dank Dauerkarte, die ultimative Kinoerfahrung erproben. Kann es ein Mensch mit durchschnittlicher Kondition schaffen, in acht Tagen insgesamt achtunddreißig Mal ins Kino zu gehen? Um es mit dem Motto meiner ehemaligen Alma Mater zu sagen: “Attempto!”

Das FFF 2011 wird für mich mit Sicherheit kein Zuckerschlecken, aber andere Leute gehen in ihrem Urlaub Bergsteigen, Tiefseetauchen oder zum meditativen Trommeln in die Toscana – Ich gebe mir eben Kino satt! Dieses Ereignis ist keine Sache, die ich im Vorübergehen mitnehme. Schon Anfang des Jahres habe ich meine Urlaubsplanung auf das Festival ausgerichtet, immer in der bangen Hoffnung, dass dieser auch genehmigt würde. Seit Anfang Juni liegt mir die Bestätigung vor, dass am 31.08.2011 eine Dauerkarte (genannt “Batch”) im Metropol für mich bereit liegen wird. Nein, in diesem Jahr wird’s richtig ernst.

Und das ist meine FFF-Filmauswahl 2011:

Mittwoch, 31.08.2011

20:00 Uhr Don’t Be Afraid of the Dark

22:30 Uhr The Revenant


Donnerstag, 01.09.2011

15:00 Uhr The Valdemar Legacy

17:00 Uhr Hair of the Beast

19:15 Uhr Deadheads

21:15 Uhr The Innkeepers

23:30 Uhr Saint


Freitag, 02.09.2011

15:00 Uhr The Valdemar Legacy 2: The Forbidden Shadow

17:00 Uhr F

19:00 Uhr The Dead

21:00 Uhr Rabies

23:15 Uhr Yellow


Samstag, 03.09.2011

13:00 Uhr The Veteran

15:00 Uhr End of Animal

17:15 Uhr Perfect Sense

19:15 Uhr Hell

21:30 Uhr Snowtown

23:45 Uhr Chillerama


Sonntag, 04.09.2011

12:45 Uhr I Am You

15:00 Uhr A Lonely Place to Die

17:00 Uhr A Horrible Way to Die

19:15 Uhr Grave Encounters

21:30 Uhr Urban Explorer

23:45 Uhr The Assault


Montag, 05.09.2011

15:00 Uhr Super

17:00 Uhr 22nd of May ODER Yellowbrickroad

19:00 Uhr The Lost Bladesman

21:30 Uhr The Woman

23:45 Uhr The Last Death


Dienstag, 06.09.2011

15:00 Uhr Hideaways

17:00 Uhr Point Blank

19:00 Uhr Phase 7

21:15 Uhr Yellow Sea

23:30 Uhr Norwegian Ninja


Mittwoch, 07.09.2011

15:00 Uhr Stake Land

17:00 Uhr Red State

19:15 Uhr Cold Fish

21:30 Uhr Attack the Block



Der Semi-Cineast am Limit
Freitag, 7. Januar 2011, 00:12 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Film und Fernsehen

Hätte ich im Augenblick keine Ohrenschmerzen, würde mir wahrscheinlich ein wenig mehr Text aus den Fingern in die Tastatur rinnen. So aber bleibt es bei ein paar kurzen Sätzen zur Jahreswechsel-Filmsession in RV.

Mi. aus MA hat sich mit einem köstlichen Chili einen weiteren Michelin-Stern von mir verdient, Ma. aus ES bekommt eine goldene Himbeere für den wahnsinnig ööööööden “Limit” und IMHO hat sich R. aus RV mit “Mary & Max” den großen Jahreswechsel-Filmsession-Zuschauerpreis für den besten (mir noch nicht bekannten) Film verdient.

Freitag (31.12.2010)

Der große Japaner – Dainipponjin (Japan 2007, O: Dainipponjin, R: Hitoshi Matsumoto)
South Park: Crème Fraiche (USA 2010, O: South Park: Crème Fraiche, R: Trey Parker, Matt Stone)
Entweder Broder – Die Deutschland-Safari – Teil 1 (Deutschland 2010, O: Entweder Broder – Die Deutschland-Safari, R: ?)
Nothing Personal (Irland, Niederlande 2009, O: Nothing Personal, R: Urszula Antoniak)
South Park: You Have 0 Friends (USA 2010, O: South Park: You Have 0 Friends, R: Trey Parker, Matt Stone)
A Film With Me In It (Irland 2008, O: A Film With Me In It, R: Ian Fitzgibbon)
Telefon (USA 1977, O: Telefon, R: Don Siegel)

Samstag (01.01.2011)

Limit (Brasilien 1931, O: Limite, R: Mario Peixoto)
Yatterman (Japan 2009, O: Yattāman, R: Takashi Miike)
He Dies At The End (Irland 2008, O: He Dies At The End, R: Damien McCarthy)
An Education (Großbritannien 2009, O: An Education, R: Lone Scherfig)
Die fliegende Guillotine (Hongkong 1975, O: Xue Di Zi, R: Hoh Mung-Wa)

Sonntag (02.01.2011)

Surrogates – Mein zweites Ich (USA 2009, O: Surrogates, R: Jonathan Mostow)
Time of the Gypsies (Jugoslawien 1988, O: Dom za vešanje, R: Emir Kusturica)
Four Lions (Großbritannien 2010, O: Four Lions, R: Christopher Morris)
Alice im Wunderland (USA 2010, O: Alice in Wonderland, R: Tim Burton)
Tücken des Gesprächs (Tschechoslowakei 1982, O: Možnosti dialogu, R: Jan Švankmajer)
Das kleine Fressen (Tschechoslowakei 1992, O: Jídlo, R: Jan Švankmajer)

Montag (03.01.2011)

Mary & Max – oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet? (Australien 2009, O: Mary & Max, R: Adam Elliot)
Tödliches Kommando – The Hurt Locker (USA 2008, O: The Hurt Locker, R: Kathryn Bigelow)
Entweder Broder – Die Deutschland-Safari – Teil 2 (Deutschland 2010, O: Entweder Broder – Die Deutschland-Safari, R: ?)
Frau im Mond (Deutschland 1929, O: Frau im Mond, R: Fritz Lang)
Sparrow (China, Hongkong 2008, O: Man jeuk, R: Johnnie To)



Der Rest vom FFFest
Donnerstag, 9. September 2010, 23:30 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Film und Fernsehen

Gestern Abend ging das 24. Fantasy Filmfest in Stuttgart zu Ende. Es ist also an der Zeit, dass ich mir die  letzten Kurzkritiken aus den Rippen schneide und ein paar finale Gedanken zum diesjährigen FFF loswerde.

Tetsuo: The Bullet Man” (Dienstag, 07.09.2010, 17:00 Uhr): Ich habe insgesamt sieben Filme von Shinya  Tsukamoto in meiner DVD-Sammlung, darunter auch “Tetsuo: The Iron Man“. Es kann also niemand sagen,  ich sei nicht vorgewarnt gewesen. Um es kurz zu machen: Tsukamoto fordert sein Publikum mit einer  abgedrehten Story, wilden Schnitten, schrillen Geräuschen und monochromen Bildern heraus – Hm, also  eigentlich alles wie bei “Tetsuo: The Iron Man”, nur technisch etwas perfekter umgesetzt. Hier handelt es  sich schon eher um anarchische Filmkunst als um (sperrige) Kinounterhaltung. Der durchschnittliche  Zuschauer würde wahrscheinlich nach fünf Minuten den Saal verlassen und sein Geld zurückverlangen. Ein paar  abgebrühte FFF-Fans (und offensichtliche Tsukamoto-Kenner), die in der Reihe vor mir nach der Vorstellung  über den Streifen diskutierten, brachten meine Meinung sehr genau auf dem Punkt: “Nichts Neues!” (5  von 10 Punkten)

Dog Pound” (Mittwoch, 08.09.2010, 17:00 Uhr): Und schon wieder ein Film, bei dem ich das Gefühl hatte,  dass ich das Gezeigte schon in diversen andereren Filmen gesehen hätte. Doch halt! “Dog Pound” hat mich  trotzdem nicht gelangweilt, sondern hielt mich über die gesamte Laufzeit bei der Stange. Ich grübelte eine  Weile darüber nach, woran das wohl gelegen haben könnte. Letztendlich ist es den durch die Bank weg guten  schauspielerischen Leistungen der meist jungen Akteure zu verdanken, dass dieses Knastdrama trotz der  08/15-Handlung noch ganz gut funtioniert. (7 von 10 Punkten)

Outrage” (Mittwoch, 08.09.2010, 19:15 Uhr): So, jetzt habe ich den neuen Film von Takeshi Kitano also doch  noch gesehen. Ich stand gestern vor der Wahl, die Wartezeit zwischen “Dog Pound” und “Rubber” in der  Stuttgarter Innenstadt zu verbringen oder mir diese durch einen weiteren Kinobesuch zu verkürzen. Ich  entschied mich für die zweite Möglichkeit, weil ich keine Lust hatte, stundenlang ziellos durch die City zu  latschen. Und so wurde mir statt eines Stadtbummels ein unterhalsames Yakuza-Intrigenspiel geboten, in dem  Fäuste, Pistolen und Messer äußerst locker saßen. (8 von 10 Punkten)

Rubber” (Mittwoch, 08.09.2010, 21:30 Uhr): Bekam ich im letzten Jahr in der Closing Night des FFF noch  drei Trash-Filme für eine Kinokarte geboten, so war es in diesem Jahr nur einer. Diesmal wurde aber ein  wirklich kurzweiliger Edel-Trash-Streifen gezeigt, der im wahrsten Sinne des Wortes abgefahren war: Die  Geschichte eines verliebten Autoreifens, der mit Hilfe übernatürlicher Kräfte Dinge (und Lebewesen) zum Explodieren bringen  kann. Und da soetwas in Wirklichkeit höchstwahrscheinlich nicht möglich ist, wird der Zuschauer auch immer  wieder mit der Nase darauf gestoßen, dass es sich nur um einen Film handelt. Schwachsinn auf sehr hohem  Niveau. Schön, dass arte France an dieser Produktion beteiligt war, denn so bleibt zu hoffen, dass “Rubber”  dort früher oder später im Programm auftauchen wird – Mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit in der  Trash-Reihe. (8 von 10 Punkten)

Zum guten Schluss: Insgesamt habe ich in acht Tagen neunzehn Kinovorstellungen besucht und bis auf Hideo NakatasChatroom” hielten sich die Enttäuschungen in diesem Jahr ziemlich in Grenzen. Meine persönlichen Highlights waren “Four Lions“  (bekam in Stuttgart übrigens den “Fresh Blood Publikumspreis“), “Symbol” und “Metropia“. Mit Daniel Stamm (”The Last Exorcism” und Adam Green (”Hatchet 2“) bekam ich zwei sehr sympathische Regisseure live zu sehen. 2010 war unterm Strich ein gutes FFF-Jahr. Im nächsten Jahr bin ich mit Sicherheit wieder dabei.



FFF-Ticker
Montag, 6. September 2010, 15:49 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Film und Fernsehen

Seit meinem letzten Blog-Eintrag habe ich sieben weitere Kinobesuche hinter mich gebracht. Ich ahnte bereits am Freitag, dass mir das Verfassen längerer Kritiken zeitlich nicht mehr möglich sein würde. Ich möchte aber trotzdem zu jedem am Wochenende gesehen Film ein paar Zeilen schreiben.

Reykjavik Whale Watching Massacre“ (Freitag, 03.09.2010, 23:45 Uhr):  Unterhaltsamer Splatterspaß aus Island. Wie immer sollte man bei diesem Genre kein großes Kino erwarten, aber als amüsanter Partyfilm geht RWWM allemal durch. (6 von 10 Punkten)

Get Shorty” (Samstag, 04.09.2010, 15:00 Uhr): Das Fatasy Filmfest-Kurzfilmprogramm. Insgesamt wurden 10 Shorties gezeigt. Im Schnitt hat die diesjährige Auswahl 7,9 von 10 Punkten von mir bekommen.

1. “The Horribly Slow Murderer With The Extremely Inefficient Weapon”: “… and again …and again … and again …” Selten so gelacht!!! Absolut geil! (10 von 10 Punkten)

2. “The Story Of My Life”: Interessante Geschichte mit netter Pointe. (8 von 10 Punkten)

3. “He Dies At The End”: Warum nicht mal das Ende bereits im Titel spoilern? Klasse Idee, spannend mit einfachen Mitteln umgesetzt. (10 von 10 Punkten)

4. “I Love Sarah Jane”: Ein Lächeln sagt oft mehr als 1000 Worte. (7 von 10 Punkten)

5. “Love Me Tender“: Love hurts! (8 von 10 Punkten)

6. “Half Hearted”: Ich weiß schon, warum ich so gut wie keinen Alkohol trinke. (8 von 10 Punkten)

7. “Uyuni”: Ich fand den Streifen trotz der schönen visuellen Umsetzung zunächst ziemlich dröge, aber die böse Pointe riss alles wieder raus. (9 von 10 Punkten)

8. “Shinda Gaijin”: Abgedreht! Ein Grund, warum ich das japanische Kino so schätze. (7 von 10 Punkten)

9. “Oma rennt!”: Unterhaltsam, aber letztendlich nichts Besonderes. (6 von 10 Punkten)

10. “The Kinematograph”: Technisch ordentlich umgesetzt, aber meiner Meinung nach ein bisschen zu kitschig. (6 von 10 Punkten)

Chatroom“ (Samstag, 04.09.2010, 17:00 Uhr): Nee, Nakata san, das war wohl ein Schuss in den Ofen. Für mich bisher der größte Langeweiler auf dem diesjährigen FFF; ich hoffe, dass es der letzte war. Blöde Story, öde  Schauspieler und die Visualisierung des Internets haben die Macher von “Futurama” bereits vor Jahren unterhaltsamer hinbekommen. (3 von 10 Punkten)

Four Lions“ (Samstag, 04.09.2010, 19:15 Uhr): Zu Recht ausverkaufte Vorstellung! Ein sehr mutiger Film, der mich trotz der ernsten realen Hintergründe zum Dauerlachen gebracht hat. Ich hoffe, dass “Four Lions” den diesjährigen “Fresh Blood Publikumspreis” bekommen wird. (10 von 10 Punkten)

Little Big Soldier“ (Samstag, 04.09.2010, 21:30 Uhr): Eine der schlimmsten Kinovorstellungen meines Lebens! Nicht etwa, weil der Film schlecht war, sondern weil ein paar Arschlöcher in der hintersten Sitzreihe meinten, sie müssten während des Films Party machen. Zwar wurden sie hie und da darauf hingewiesen, leise zu sein, aber die Wichser waren scheinbar so alkoholisiert, dass sie das wohl nicht mehr mitbekamen. Leider hat niemand (auch ich nicht) das Kinopersonal verständigt. Zum Film: Hm, Jackie Chan wird langsam alt und in meinen Augen bot “Little Big Soldier” nur durchschnittliche Einheitskost süß-sauer. (6 von 10 Punkten)

Corridor” (Sonntag, 05.09.2010, 15:00 Uhr): Ein spannender Thriller aus Schweden, der ohne großes Krachbumm auskommt und mit einem sehr bösen Ende aufwarten kann. Sauber! (8 von 10 Punkten)

“Bolzstraße, Stuttgart” (Sonntag, 05.09.2010, Wartezeit zwischen den Vorstellungen): Kein Film, aber zeitweise genau so gut wie Kino. Wer Interesse daran hat, wie sich (über)motorisierte Mitmenschen am Wochenende vor einem möglichst großes Publikum produzieren (bzw. zum Affen machen), ist hier genau an der richtigen Adresse. Einfach mal anschauen. Das Highlight gestern lieferte übrigens der Fahrer eines Streetfighters, der Wen-auch-immer mit einem Wheelie beeindrucken wollte und sein Moped dabei zur allgemeinen Erheiterung beinahe in die am Straßenrand parkenden Autos geballert hätte. Wie gut, dass ich mit meinem Opa-Motorrad gar nicht erst auf solche Ideen komme.

The Last Exorcism“ (Sonntag, 05.09.2010, 19:15 Uhr): Der anwesende Regisseur Daniel Stamm wies vor der Vostellung darauf hin, dass man den Trailer getrost vergessen könne. Er habe den Film anders gemeint als es die Marketingabteilung vermitteln wolle … und das ist auch gut so. Der Film ist auch meiner Meinung nach viel interessanter und besser als es der reißerische Trailer Glauben machen möchte. Nach der Vorstellung gab es noch ein Q&A mit Herrn Stamm (sehr sympathisch!) und anschließend konnte ich noch ein signiertes Filmplakat mit Widmung abstauben. Man weiß ja nie, ob der Mann nicht irgendwann einmal sehr berühmt sein wird – “The Last Exorcism” ist jedenfalls schon ein guter Meilenstein auf dem Weg zum Ruhm. (8 von 10 Punkten)



Die Rache der Eierköpfe
Freitag, 3. September 2010, 23:18 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Film und Fernsehen

So langsam gerate ich mit meinen Rezensionen unter Druck. Konnte ich die ersten vier Filme noch ausführlich und sorgfältig besprechen, wird es mir beim fünften Streifen ziemlich eng. Das ist insofern schade, weil ich heute mit „Metropia“ mein erstes persönliches FFF-Highlight in diesem Jahr gesehen habe.

Als ich die ersten Bilder von „Metropia“ im Web sah, wusste ich, dass ich mir diesen Film unbedingt anschauen wollte. Das Ticket wurde kurz und schmerzlos im Vorverkauf erworben und meine Vorfreude und Erwartungen waren riesig. Zwei Tage später las ich bei Telepolis eine Kritik von Stefan Höltgen, die alles andere als positiv war. Hatte ich etwa aufs falsche Pferd gesetzt? Nun, ich bilde mir eigentlich immer ganz gern meine eigene Meinung und das ist auch gut so.

Und? Was soll ich sagen? „Metropia“ hat mich zwar nicht hundertprozentig begeistert, aber mir trotzdem extrem gut gefallen. Visuell wirkt die ganze Sache wie eine Mischung aus „Brazil“ und dem Computerspiel „Fallout 3“. Und als wenn das noch nicht genug wäre: Die handelnden Personen sehen aus wie fleischgewordene Puppen aus der britischen TV-Serie „Thunderbirds“. Jaaaaa, sollte ich mir eines Tages die DVD von „Metropia“ kaufen – und das werde ich mit Sicherheit – dann wird sie neben optisch so interessanten Filmen wie „Waltz with Bashir“, “La Antena“, „Renaissance“, „A Scanner Darkly“, „Sky Captain and the World of Tomorrow“ und „Immortel (ad vitam)” im Regal stehen.

Leider muss ich langsam zum Ende kommen, denn mein nächster Kinobesuch („Reykjavik Whale Watching Massacre“) steht an. Ob ich morgen zum Bloggen komme, steht noch in den Sternen, denn am Samstag werde ich insgesamt vier Vorstellungen besuchen – Am Sonntag dann noch einmal drei. *ächz*

(9 von 10 Punkten)



Die arme Sau im Plattenbau
Freitag, 3. September 2010, 22:05 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Film und Fernsehen

So, nachdem ich mich ja in meinem letzten Blog-Eintrag darüber ausgelassen habe, dass man, wenn man einen Slasher-Film gesehen hat, eigentlich alle kennt, müsste ich nun eigentlich dasselbe über Serienmörder-Streifen schreiben. Nun, „Tony“ ist ein Film über einen Serienmörder und tatsächlich beschlich mich beim Anschauen das seltsame Gefühl, dass man auch hier wieder alles schon einmal gesehen hat. Vor allen Dingen der vielfach in anderen Rezensionen zu findende Vergleich mit „Henry: Portrait of a Serial Killer“ liegt wirklich nahe. Trotzdem möchte ich mit „Tony“ nicht allzu hart ins Gericht gehen, denn grundsätzlich hat er mir trotz aller Déjà-vu-Momente ganz gut gefallen.

Der Film transportiert eine herrlich triste Atmosphäre, was zum einen der hervorragenden schauspielerischen Leistung des Hauptdarstellers Peter Ferdinando zu verdanken ist und andererseits mit der sorgfältigen Auswahl der Drehorte zusammenhängt. In einer einleitenden Ansprache vor der Vorstellung wurde der Begriff ‚Sozialtristesse’ genannt und besser könnte man das Gezeigte wohl kaum benennen.

Tony lebt zurückgezogen in einem heruntergekommenen Londoner Sozialbau. Er ist seit über zwanzig Jahren arbeitslos und scheinbar nicht in der Lage irgendwelche sozialen Kontakte zu seinen Mitmenschen aufzunehmen. Seine Versuche, sich aus dieser Situation zu befreien, wirken linkisch und hilflos. Man kann den Kerl getrost als arme Sau bezeichnen. So kommt es auch, dass ich den Film nur an seiner Oberfläche als eine Mördergeschichte wahrgenommen habe, „Tony“ geht tiefer und bietet mehr als nur eine Handvoll Tötungen für den gemeinen Krimi-Thriller-Zuschauer. Nein, die Story entpuppt sich in ihrem Verlauf als trostloses und bitteres Sozialdrama über Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit und die Kälte unserer Gesellschaft.

Der „Held“ der Geschichte ist ein völlig vereinsamter Mensch, dem im Leben sämtliche Perspektiven abhanden gekommen sind. Er hat im Grunde genommen nichts mehr zu verlieren – Wenn man es genau nimmt, hatte er noch nie etwas zu verlieren. Warum er tötet, wird nicht direkt erklärt, aber dem Zuschauer wird die Möglichkeit gegeben, diskrete Hinweise zu entschlüsseln. Tony tötet aus Einsamkeit, er tötet aus Verzweiflung, er tötet in Panik. Er ist kein eiskalter Killer, der seine Opfer gezielt und mit perverser Lust ins Jenseits befördert. Zwar ist klar, dass er mit einer extremen psychischen Störung geschlagen ist, aber er wirkt in keiner Szene des Films bedrohlich oder bösartig. Wir haben es hier tatsächlich mit dem fast schon sprichwörtlichen „netten Killer von nebenan“ zu tun.

„Tony“ ist ein ruhig und unaufdringlich erzähltes Drama, das seine Wirkung vielleicht erst richtig nach dem Anschauen entfaltet. Sanft auf der Zunge, bitter im Abgang…

(7 von 10 Punkten)




Falscher Film
Freitag, 3. September 2010, 14:49 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Film und Fernsehen

Als ich zwölf Jahre alt war, musste einer meiner Onkels für einige Tage als Babysitter für meinen kleinen Bruder und mich tätig werden. Zur allgemeinen Squalus-Belustigung war damals auch ein Kinobesuch angedacht – Den Film durfte ich aussuchen. Ich durchstöberte also das Programm im “Weser Kurier” und wurde auch sehr schnell fündig: Stanley Kubricks “Shining” war das obskure Objekt meiner Begierde. Selbstverständlich war diese Verfilmung des gleichnamigen Romans von Stephen King nicht für meine Altersgruppe geeignet, aber ich hatte einen scheinbar bombensicheren Ausweg aus diesem Dilemma entdeckt. In der Zeitungsanzeige hatte nämlich ein freundlicher Fehlerteufel zu meinen Gunsten zugeschlagen: Der Film wurde dort nämlich mit der Altersfreigabe “ab 12″ beworben.

Innerlich jauchzend und frohlockend schnitt ich die Anzeige aus und nötigte meinen Onkel quengelnd, mit mir nach Bremen zu fahren. Wir erreichten das Filmtheater in der Sögestraße gerade noch rechtzeitig, erwarben zwei Karten und wurden von einer Platzanweiserin eilig in den Kinosaal gelotst. Als der Hauptfilm nach der Werbung begann, kamen meinem Onkel und mir sehr schnell Zweifel, dass wir uns zur rechten Zeit am rechten Ort befanden. Ich erinnere mich noch an Musik, die nicht wirklich zu einem Horrorfilm passen wollte, und an Olivia Newton-John. Jawoll, wir waren in der zauberhaft bunten Welt von “Xanadu” gelandet. Na, Prost-Mahlzeit!

Wir verließen also rasch die Vorstellung und mein Onkel begann an der Kasse mit der Reklamation. Er wurde ziemlich unfreundlich darauf hingewiesen, dass ich für “Shining” viel zu jung sei und es daran nichts zu rütteln gäbe. Auch die Zeitungsanzeige, die ich in der irrigen Annahme, dass diese auf irgendeine Art und Weise rechtsverbindlich sein könnte, ausgeschnitten hatte, wurde als Beweismittel ohne Wert barsch zurückgewiesen. Wir mussten an diesem schwarzen Tag also wohl oder übel auf unseren Kinobesuch verzichten, das Geld wurde zurückerstattet und es sollte noch ein paar Jahre dauern, bis ich (endlich volljährig) “Shining” im Düsseldorfer Kellerkino “Souterrain” zum ersten Mal legal ansehen durfte.

30 Jahre später: Das 24. Fantasy Filmfest gastiert in Stuttgart und ich bin dabei! Inzwischen komme ich ohne Ausweiskontrolle in jede Kinovorstellung und meine kleine bescheidene DVD-Sammlung beinhaltet etliche Filme, bei denen ich mir als Zwölfjähriger wahrscheinlich über die halbe Laufzeit die Augen zugehalten hätte. Das Leben als Erwachsener hat seine Vorteile, aber mit zunehmendem Alter lassen gewisse Gehirnfunktionen nun mal spürbar nach. Und genau dieser Umstand sorgte gestern dafür, dass ich mich in einer längst verdrängten Xanadu-Situation wiederfand.

Die Vorstellung der niederländischen schwarzen Komödie “The Last Days of Emma Blank“ sollte um 21:30 Uhr im Metropol 2 stattfinden, also brach ich nach dem Bloggen rechtzeitig meine Zelte in einem nahe gelegenen Kaffeehaus ab und schlappte Richtung Kino. Gegen 21:00 Uhr setzte ich mich dort in die Lobby, beschloss aber nach etwa fünf Minuten, mir einen guten Sitzplatz im Kinosaal zu sichern, da mir der Publikumsandrang erstaunlich stark vorkam. Ich hatte mich nicht geirrt, denn der Saal war gegen 21:05 Uhr schon gut besetzt. Ich fand einen angenehmen Platz in einer der letzten Reihen und wartete etwa drei gefühlte Stunden auf den Vorstellungsbeginn. Von Zeit zu Zeit wunderte ich mich darüber, dass ein unbekannter niederländischer Film ein solch großes Interesse beim Festivalpublikum hervorrufen konnte.

Irgendwann wurden Spotlights eingeschaltet, ein junger Mann trat mit einem Mikrofon bewaffnet vor die Leinwand und begann mit einer Ansprache. Nichts Ungewöhnliches beim FFF. Was mich allerdings nervös machte, war die Tatsache, dass er sehr ausführlich über den Film “Hatchet“, das dazugehörige Sequel (”Hatchet 2“) und den Regisseur der beiden Filme (Adam Green) sprach, der kurz darauf höchstpersönlich zum Mikrofon griff und einige Anekdötchen zum Besten gab. Mein Herz pochte ein wenig schneller und in meinem Kopf sang Olivia Newton-John immer und immer wieder: “Xaaa-na-dooo”. Jawoll, ich saß wieder einmal in der falschen Vorstellung!

Der Veranstalter hatte wohl kurzfristig die Säle der beiden Vorstellungen getauscht und ich habe es schlicht und ergreifend nicht gemerkt. Mir sind keinerlei Aushänge im Kino aufgefallen und der Kartenabreisser vor dem Kino 2 hat meine, zu diesem Zeitpunkt “falsche”, Karte anstandslos angenommen. Wie einst “The Clash” stand ich also nun vor der Frage “Should I stay or should I go?”. Ich entschied mich notgedungen für die erste Option, denn einerseits wäre mir ein spontaner Aufbruch vor all den Leuten ziemlich peinlich gewesen und andererseits hätte ich wahrscheinlich den Anfang von “The Last Days of Emma Blank” verpasst. Es war bereits weit nach 21:30 Uhr – Ich blieb sitzen und harrte etwas unwillig der Dinge, die da nun kommen mochten.

Obwohl ich bisher viel geschrieben habe, will ich mich in meiner Kritik zu “Hatchet 2″ sehr kurz fassen, denn ich habe diesen Film eher unfreiwillig und ohne großes Interesse angeschaut. Geboten wurde ein amüsanter Slasher mit ordentlichen Splatter-Effekten. Kein großes Kino – gewiss nicht – aber zumindest so unterhaltsam, dass ich mich nicht gelangweilt habe. In den letzten 25 Jahren habe ich mir aber so viele Streifen dieses Genres angeschaut, dass ich diesem nicht mehr allzuviel abgewinnen kann: “Kennst du einen, kennst du alle!”

Es bleibt zu hoffen, dass dies mein letzter Ausflug nach Xanadu war.

(5 von 10 Punkten)