Frische Hass-Häppchen
Freitag, 21. Mai 2004, 22:19 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Genervt!, Squalus classic

Ja, ich lebe noch! — Na und!?

Heute werfe ich nur mit kleinen Hass-Häppchen um mich, um wenigstens ein Lebenszeichen von mir zu geben. In den letzten Wochen durfte ich nämlich eine Schreibblockade aus nächster Nähe betrachten. Zwar gab es wieder viele Dinge in meiner kleinen verrückten Welt, die mir sauer aufstießen, doch brachte ich es einfach nicht fertig, diese auch in entsprechend böse Texte zu verpacken. Im Grunde meines Herzens bin ich nämlich nicht nur ein fieser, sondern auch noch ein fauler Mensch.

So müssen diese kleinen Hosenscheißer, die gerade mal den Führerschein haben und permanent eingeschaltete Nebelscheinwerfer für cool halten, leider so gut wie leer ausgehen. Sorry, Kinder, aber ich habe einfach keinen Bock, mich mit euren hohlen Köpfen zu beschäftigen. Vielleicht putzt ihr einfach öfter mal die Windschutzscheibe oder lasst frische Luft durch die Seitenfenster rein, dann verabschiedet sich nämlich auch der Eindruck von Nebel aus euren lächerlich lichtgetunten Kleinwagen. Sollte das Problem eher psychischer Natur sein (und davon gehe ich sehr stark aus), könnte man eventuell eine Führerscheinkontrolle an Kinokassen und Videotheken-Theken einführen. Unter drei Jahren nachgewiesener punktefreier Fahrpraxis wäre es dann nämlich Essig mit Filmen wie “2 Fast 2 Furious”.

Wo ich’s gerade von Fahrzeugen habe: Auch eine aggressive Designkritik scheiterte am ausgebrannten Dichterhirn. Schade, denn eigentlich hätte ich es durchaus interessant gefunden, zu erforschen, warum der Audi A2 so selten auf unseren Straßen zu sehen ist. In einem Land, in dem sich das geistige Niveau seiner Bevölkerung am gebotenen Fernsehprogramm messen lässt, ist es eigentlich erstaunlich, dass nicht mehr von diesen hässlichen Kotzkübeln herumfahren. Naja, die Zahl der alkoholbedingten Verkehrsunfälle wird wahrscheinlich wieder ansteigen, da jetzt nicht nur die Fahrer von Fiat Multipla vor dem Umdrehen des Zündschlüssels ihr Auto erst einmal schön saufen müssen.

Spätestens jetzt sollte dem aufmerksamen Leser auffallen, dass ich zwischenzeitlich recht häufig mit dem Auto unterwegs war, denn auch mein dritter Schlag geht in den öffentlichen Verkehrsraum. Motorroller – heute nennt man sie ja Scooter – sind ja wohl die übelsten Verkehrshindernisse, die man sich vorstellen kann. Die Dinger können ja noch so grellbunt daherkommen, schneller werden sie auch mit einer Königsklassen-Replika-Lackierung nicht. Schrille Farben und stinkende Zweitakter paaren sich leider nur allzu gern mit Murphy’s Law: Wenn es über eine längere Strecke ein Überholverbot mit durchgezogener Linie gibt, kann man mit Sicherheit davon ausgehen, genau dort einen Motorroller vor sich zu haben. Besonders gern habe ich diese oberschlauen Plastikreiter, die sich mit ihrem Spielzeug an einer roten Ampel nach vorne schlängeln und für die nächsten drei Kilometer mit 45 km/h das Tempo auf der Landstraße bestimmen. Da lobe ich mir doch die echten Biker – die sind jedenfalls so motorisiert, dass sie nach dem Ampelstart auf und davon sind. Für Rollerfahrer fordere ich die Aufhebung der Helmpflicht, damit man ihnen notfalls auch mal eins mit dem Wagenheber überbraten kann.

A propos ‘überbraten’: Ich bin in meiner schreibfreien Zeit tief in mich gegangen und habe beschlossen, mich für eine Verschärfung des Waffenrechts einzusetzen. Bevor jetzt einige Leute laut aufstöhnen, gebe ich zu bedenken, dass es einfach besser wäre, es Menschen wie mir so schwer wie möglich zu machen, an Waffen zu kommen. Mein heimlicher Traum ist nämlich, mit einem Leopard II zum Shoppen in die Stuttgarter Innenstadt zu fahren. Als Ersatz für die Kreditkarte, die ich absichtlich zu Hause vergessen würde, könnte ich mir durchaus eine AK47 vorstellen (”Kalashnikov – Die Freiheit nehm’ ich mir!”). Wie ihr also sehen könnt, wäre eine Verschärfung des Waffenrechts durchaus angebracht. Um meinen festen Willen zu zeigen, habe ich sämtliche Buttermesser aus meinem Haushalt verbannt und werde meine Brote künftig nur noch mit der bloßen Hand schmieren. Lätta unter den Fingernägeln spart Gleitcreme und kann daher durchaus erotisch sein! — Wo liegt da der tiefere Sinn? — Keine Ahnung!

Wie geht’s hier denn nun weiter? Die Schreibblockade ist noch lange nicht überwunden, obwohl heute wieder ein paar neue Zeilen zu lesen sind. Meine Überlegungen gehen dahin, meine bisherigen Texte zu vertonen. Kollege S. aus K. drängelt deswegen schon eine ganze Weile. Hätte ich nur die Klappe gehalten! Augenblicklich arbeite ich noch an einem Konzept, damit es nicht beim reinen Vorlesen bleibt – das wäre schlicht und ergreifend zu langweilig. Einen Termin für das erste ‘Hörspiel’ kann ich noch nicht nennen, aber der gute Wille ist auf jeden Fall da; immerhin habe ich schon in ein Mikrophon investiert. Außerdem ist noch eine Galerie angedacht, in die ich sinnlose Fotos und kleine Kritzeleien einstellen möchte. So harret also der Dinge, die da kommen mögen. Und falls doch nichts kommen sollte, könnt ihr die leeren Versprechungen immerhin als Zeichen meiner Boshaftigkeit deuten.

Seltsam ist übrigens, dass die Zugriffsstatistiken für meine Site im Mai einen ziemlich heftigen Anstieg verzeichnen, obwohl sich hier eigentlich gar nichts getan hat. Gab es irgendetwas umsonst? Meinem ersten, wahren und fanatischsten Fan kann ich für diese Zugriffsorgie jedenfalls nicht in die Schuhe schieben, denn er ist in der Versenkung verschwunden. An dieser Stelle trotzdem einen herzlichen Gruß und Dank für die monatelange Treue. Die Stelle des Squalus-Alpha-Fans ist hiermit wieder vakant (selber schuld, D.). Nein A., du rückst leider nicht automatisch nach, mir schwebt da eher ein lediger weiblicher Fan, Anfang bis Mitte 30, vor. Sorry, aber ich muss ja bei der Fansuche auch an eine potentielle Altersvorsorge denken! Hab’ dich aber trotzdem lieb!

Bis denne…

Squalus