Frühlingssymphonie
Freitag, 29. Februar 2008, 17:01 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Motorrad

Nachdem ich fast eine Stunde lang in der Düsternis der Tiefgarage mit dem Einbau der Batterie gekämpft habe, ist die Dicke nun wieder fahrbereit. Natürlich hätte ich lieber bei Tageslicht gewerkelt, aber wie hätte ich das 300kg-Teil allein die Rampe hochbekommen sollen? Von der Mutter, die in die Maschine gefallen ist, oder der überlangen Schraube, die in den Eingeweiden des Motorrads einfach kein Gewinde finden wollte, möchte ich gar nicht erst berichten. Nein, lasset uns diesen Jubeltag ohne Gram und Groll begehen!

Die Dicke sprang gleich beim allerersten Versuch an, was ich – aus welchen Gründen auch immer – als MP3 festgehalten habe. Fans von Geräuschen dürfen gern einmal reinhorchen.

Frühlingserwachen ‘08: BMW K 1100 LT Special Edition (ca. 1,22MB)

Echte Motorradliebhaber mögen mir übrigens das erste unüberlegte Gashahnaufreißen verzeihen. Ich werde es nach einer so langen Standzeit auch nie wieder tun. Versprochen!

Zwar wird der erwartete Wintereinbruch ausbleiben, aber dafür ist für morgen Sturm angekündigt. Der erste Ausritt 2008 wird wohl nicht wie geplant am 01. März stattfinden.



Heute lad’ ich, morgen schraub’ ich und übermorgen ist Wintereinbruch
Donnerstag, 28. Februar 2008, 20:02 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Motorrad

Ich sehe es schon kommen: Am 01.03. ist mein Saisonkennzeichen an der Dicken wieder gültig und ich darf nach vier langen Monaten endlich wieder Mopped fahren. Also habe ich meine Batterie vorhin noch einmal ans Ladegerät geklemmt, damit ich sie morgen nach der Arbeit im Halbdunkel der Tiefgarage wieder in den Bock schrauben kann. Am Samstag möchte ich dann mein Töchterli auf zwei Rädern besuchen. Fast könnte ich darauf wetten, dass an diesem Tag der Winter hereinschneien wird – Im wahrsten Sinne des Wortes. Seit seinem offiziellen Arbeitsbeginn am 22. Dezember 2007 um 07:07 Uhr hat er sich jedenfalls noch nicht an der Stechuhr sehen lassen. Der wartet bestimmt nur darauf, mir meinen Saisonstart zu vermiesen…



Es ist vollbracht!
Dienstag, 26. Februar 2008, 17:23 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein

Heute Morgen zwischen Aufstehen und Arbeiten habe ich die letzten beiden Alben meiner CD-Sammlung auf MP3 umgestellt. Nach dem Umkopieren von Peter Gabriels “Plays Live” und Frank Zappas “Läther” konnte ich meiner schier endlosen To-Do-Liste ein weiteres Häkchen verpassen. Nun ist die Festplatte meines MP3-Players ganz ordentlich bestückt: 6178 Songs verteilen sich auf 528 Alben – Damit kann ich mir den einen oder anderen langweiligen Nachmittag ganz anständig mit Musik versüßen.

Das systematische Durchforsten meiner CDs brachte einige Überraschungen bzw. Wiederentdeckungen mit sich. So wusste ich z.B. gar nicht mehr, dass ich ein Album von Michelle Shocked (”Short Sharp Shocked”) besitze. Keine Ahnung, wann, wo und wieso ich mir die CD gekauft habe, aber die Platte ist ganz gut.

Nicht nur, dass ich meine CDs umkopiert habe, ich wurde durch diese stupide Tätigkeit sogar noch zu weiteren Anschaffungen verführt. So habe ich mir die “Never For Ever” von Kate Bush, die ich seit 1980 ‘nur’ als LP besitze, als CD nachgekauft. Auch die “Life’s Too Good” von den Sugarcubes musste wieder her. Meine geliebte MC habe ich vor ein paar Jahren zusammen mit meinen ganzen anderen Audiocassetten als Komplettpaket bei einen namhaften Online-Auktionshaus vertickt (ca. 50 Stück für unter € 5,– :-( ).

Nun soll auch nicht verschwiegen werden, dass bei der ganzen Aktion auch ein paar ziemlich peinliche Scheiben zu Tage gefördert wurden. Diverse Techno-Sampler zeugen davon, dass ich mir Ende der Achtziger / Anfang der Neunziger in Diskotheken und auf Raves ‘nen Wolf gezappelt habe. Naja, damals fand ich die Mucke wirklich geil, aber heute bekomme ich davon Kopfschmerzen. Das absolute Lowlight meiner Sammlung kommt aber unter dem Titel “Kohldampf” von “Kohl & The Gang” (aka Hurra Deutschland) daher. Welcher Teufel mich damals wohl geritten haben mag? War es vielleicht Restalkohol? Die Sendung war ja wirklich ganz unterhaltsam, aber die CD? Was für’n Scheiß! Ich verbuche das Ding mal als Kuriosum.

Creative Zen Vision:M (30GB)



Urlaubsreif oder lieber gleich ins Sanatorium?
Sonntag, 24. Februar 2008, 20:28 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Bloggen

Irgendwie halten mich Arbeit und Freizeibeschäftigungen im Augenblick dermaßen auf Trab, dass ich heute ernsthaft darüber nachgedacht habe, ob ich das Bloggen nicht bis auf weiteres einstellen soll. Bevor nun allerorten die Sektkorken knallen, möchte ich euch mitteilen, dass ich hier auch weiterhin herumätzen werde, wenn mir danach ist. Es wird aber wohl in nächster Zeit ein wenig ruhiger auf squalus.de zugehen.

Ich muss mich nach wie vor um die Umstellung meiner kompletten CD-Sammlung auf MP3 kümmern. Inzwischen bin ich beim Buchstaben “S” wie “The Sisters of Mercy” angelangt und muss noch ungefähr siebzig CDs verwursten. In dieser Beziehung ist also endlich Land in Sicht. Da ich aber gleichzeitig auch die Massen meiner neu gestreamten Filme in den Griff bekommen musste, habe ich in der letzten Woche einige Nachmittage und Abende vor dem Rechner verbringen müssen – Spaß hat das eigentlich keinen gemacht.

Am nächsten Samstag haben wir den 01.03.2008 – Der Beginn meiner persönlichen Motorrad-Saison. Mich juckt es ja schon seit einiger Zeit enorm in der Gas-Hand, also werde ich an den nächsten Wochenenden, sofern das Wetter mitspielt, wieder stundenlang auf der Dicken sitzen. Mal sehen, wann ich in der kommenden Woche dazu kommen werde, die Batterie wieder einzubauen.

Im Büro blieb mir in der letzten Zeit auch kaum Zeit zum Luftholen, aber ich denke, dass ich morgen eine größere Aufgabe, an der ich seit November letzten Jahres herumprogrammiere, endgültig abschließen kann. Danach sieht es von der Planung her etwas mau aus. Vielleicht reiche ich spontan ein paar Tage Urlaub ein. Dann würde ich auch endlich die ganzen Kleinigkeiten, die zu Hause auf Erledigung warten, auf die Reihe bekommen. Mal sehen, was mein Chef dazu sagt…



Pitschpatsch wegen Tic Tac!
Montag, 18. Februar 2008, 16:37 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Genervt!

Vorhin war ich wieder einmal im “Supermarkt des Grauens” (diverse Blog-Einträge liegen vor). Als ich an der Kasse anstand, wunderte ich mich über ein Kleinkind (ca. 2-3 Jahre jung), das sich mutterseelenallein an den dort ausgestellten Tic Tacs abmühte. Von einer erziehungsberechtigten Person war weit und breit nichts zu sehen – jedenfalls fühlte sich scheinbar niemand zur Aufsicht verpflichtet. Nach einer Weile konnte sich das Mädchen eine Box mit den begehrten Bonbons aus dem Display kramen und schob sich an der Kasse vorbei in Richtung Bäckertheke. Stolz wie Oskar hielt es die Süßigkeit hoch und rief nach seiner Mutter. Diese stand mit einem anderen Weibe quatschend vor besagtem Tresen und fauchte das Kind umgehend aggressiv an. Als die Kleine nicht sofort spurte, rang das Muttertier ihr hektisch die Box aus der Hand, verpasste ihr ein paar heftige Klapse auf den Hintern und knallte der verdutzten Kassiererin die Tic Tacs (zum Wegräumen) hin. Das Kind plärrte, die Mutter zeterte und der Rest der Anwesenden schwieg betroffen.

Warum muss denn ein so kleines Kind auch noch für die Nachlässigkeit seiner tratschenden Mutter büßen? Mal angenommen, das Kind wäre in die andere Richtung abgehauen, durch die automatischen Türen ins Freie entfleucht und überfahren worden. Hätte die Mutter es dann auch noch geschlagen? Blöde Futt, elendige – Solche Leute kotzen mich an wie sonstwas…



Der Gentleman schweigt und genießt
Samstag, 16. Februar 2008, 19:17 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Gedanken

Eigentlich könnte ich mich im Augenblick seitenlang über gewisse Vorgänge auslassen, bei denen die deutsche Steuerfahndung und ein kleines Fürstentum im Herzen Europas eine nicht unwesentliche Rolle spielen, aber ich lasse es einfach mal bleiben (Stichwort: “Unschuldsvermutung”). Nicht, dass ich aus Gründen, die mit Glashäusern und Steinen zusammenhängen, lieber die Klappe halten sollte – Nein, ich führe brav alle meine Steuern in voller Höhe an den Staat ab und hätte daher auch kein schlechtes Gewissen, wenn ich das Maul richtig weit aufreißen würde. Ich harre trotzdem einfach mal still der Dinge, die da noch kommen mögen. Dass ich mich dabei innerlich wohlig in einer Suhle aus boshafter Häme und ätzender Schadenfreude wälze, versteht sich ja fast schon von selbst.

Bei der ganzen Sache interessiert mich übrigens weniger, wer nun im einzelnen in die immer größer werdende Lawine gerät, sondern wie die Strafen ausfallen werden. Wird den gemeinen Pöbel am Ende wieder einmal das merkwürdige Gefühl beschleichen, dass vor dem Gesetz alle Menschen gleich und manche Menschen gleicher sind? Man darf gespannt sein.



Gärtner im Mediendschungel
Mittwoch, 13. Februar 2008, 21:50 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein

Am letzten Wochenende habe ich endlich einmal etwas Ordnung in meine Kauf-DVDs bringen können. Nachdem die Silberlinge zweireihig ein komplettes Ikea “Billy” plus Aufsatzregal an seine Grenzen gebracht hatten und sich die Neuerwerbungen aus Platzmangel bereits zu schwankenden Stapeln auf dem Fußboden auftürmten, gab ich mir einen Ruck und verbannte sämtliche VHS-Kassetten aus meinem Wohnzimmer. Im Kleiderschrank war noch etwas Platz, also spielte ich dort ein wenig Kassetten-Tetris und konnte die schwarzen Ungetüme auf diese Weise recht kompakt unterbringen. Das freigewordene Regal im Wohnzimmer wurde erst einmal ungeordnet mit DVDs bestückt – Die feinere Sortierung folgt in den nächsten Tagen. Hauptsache ist erst einmal, dass die Stapel nicht mehr in der Gegend herumstehen.

Vor ein paar Wochen hatte ich mir für meinen “Creative Zen Vision:M (30GB)” ein “PlayDock Z500″ Speaker System bestellt, um im Wohnzimmer etwas komfortabler Musik hören zu können. Meine HiFi-Anlage musste nämlich vor ein paar Monaten ebenfalls ins Schlafzimmer ausweichen (der neue Fernseher brauchte Platz). Bei Musik-Appetit schloss ich seitdem meinen MP3-Player einfach an ein Paar kleine Aktivboxen an, was mir bisher auch ausreichte. Für eine etwas einfachere Handhabung und besseren Sound sollte aber trotzdem das besagte “Z500″ angeschafft werden. Lange Rede, kurzer Sinn: Der (bei weitem) günstigste Händler konnte nicht liefern und ich musste mir eine Alternative überlegen.

Da ich die Lautsprecherboxen meiner HiFi-Anlage damals wegen der Verkabelung hinter den Möbeln nicht abgebaut hatte, musste ich einfach nur meinen Verstärker zurück ins Wohnzimmer schleppen und wieder mit den Boxen verstöpseln. “Zen” via Adapterkabel anschlossen und fertig war die Laube. Die Klangqualität dieser kleinen Jukebox in Verbindung mit meinem etwa 17 Jahre alten Verstärker (Pioneer A-757) und den Lautsprecherboxen (Elac EL 100 – ebenfalls 1990 angeschafft) hat mich wirklich überzeugt. Sehr schnell kam ich zu dem Entschluss, dass ich nun endlich meinen lang gehegten Plan, meine CD-Sammlung komplett in MP3 zu konvertieren, in die Realität umsetzen musste.

Heute habe ich also mit dem Umkopieren begonnen und konnte immerhin schon die ersten 70 CDs rippen – Der Rest wird in den nächsten Tagen nach und nach folgen. Ein angenehmer Nebeneffekt dieser Tätigkeit ist, dass ich dabei längst vergessene Schätze wieder ausgrabe. Im Augenblick lausche ich andächtig der “MTV Unplugged” von “Alice In Chains”, die sicherlich schon seit zehn Jahren ungehört vor sich hinstaubte. Mal sehen, was ich sonst noch so (wieder)entdecke….

Mist, ich müsste auch meine selbstgebrannten DVDs endlich mal wieder katalogisieren und verräumen. :-(



Geschlechtertrennung
Montag, 11. Februar 2008, 20:50 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Merkwürdigkeiten

Da mein Körper trotz seiner ausladenden Größe keinen besonders interessanten Anblick bietet, ließ ich vorhin in der Wanne meine Blicke locker durch das Badezimmer wandern. Der Unterhaltungswert dieser ziellosen Guckerei tendierte langsam gegen Null, als meine Augen plötzlich auf einem ganz alltäglichen Gegenstand den Anker warfen. Mein Rasierschaum, der unscheinbar und harmlos auf dem Waschbecken stand, offenbarte mir eine kleine Absurdität:
Rasierschaum - Nur für Männer

Mir ist schon klar, dass es auch Frauen gibt, die für ihren Damenbart, Bein- oder Intimrasuren auch einmal zu Rasierschaum greifen, aber letztendlich ist der aufquellende Bartaufweicher doch ein reines Männerding. Da drängt sich mir die Frage auf, warum man noch explizit “FOR MEN” auf die Dose schreiben muss. Auf Artikeln zur Monatshygiene steht ja schließlich auch nicht “FOR WOMEN” drauf, oder?

Marketing ist schon ein seltsam Ding…



Dreckige Wichsgriffel
Donnerstag, 7. Februar 2008, 17:23 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Gedanken, Genervt!

Zwar scheint der Blogger dem werten Leser, sofern persönlich nicht näher bekannt, oftmals als körperloses ja fast schon gottgleiches Wesen, doch dieser Eindruck täuscht – Hinter den Texten steht in den meisten Fällen ein Mensch bzw. eine menschenähnliche Zellansammlung, welche isst, trinkt, atmet, kurzum: lebt! So dürfte es also auch nicht weiter verwundern, dass ich an dieser Stelle ganz offen und ehrlich zugebe, dass sogar ich von Zeit zu Zeit eine Toilette aufsuchen muss.

Da mir in Gemeinschaftstoiletten das kollektive Stehpissen am Urinal herzlich zuwider ist, begebe ich mich zum Pinkeln grundsätzlich in die heimelige Abgeschlossenheit einer Einzelkabine. Auch wenn jetzt einige Leser aufhorchen: Was in dieser Kabine abläuft (im wahrsten Sinne des Wortes), soll an dieser Stelle nicht weiter vertieft werden. Wichtig ist nur, was man in dieser Klausur zu hören bekommt und welche grauenvollen Wahrheiten sich daraus erkennen lassen.

Hockt man also nun behaglich mit heruntergelassener Hose auf besagter Örtlichkeit, so trennt einen oft nur eine dünne Barriere von der Außenwelt. So ist einem zwar ein mehr oder minder beruhigender Sichtschutz gegeben, aber das Leben, welches sich “draußen vor der Tür” abspielt, um es einmal mit Wolfgang Borchert zu sagen, dringt ungedämpft an das Ohr des staunend Lauschenden. Türen werden aufgerissen, Reißverschlüsse ebenfalls, es wird gepisst, geschifft, gepieselt… Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden – Gott hat die Urinale schließlich genau zu diesem Zwecke geschaffen.

Das wirklich Schlimme an der ganzen Sache bekommt man leider nur allzuoft nach dem Plätschern des fremden Urinstrahls zu hören: Ein Reißverschluss wird hochgezogen, die automatische Spülung sprudelt los, eilige Schritte auf dem gefliesten Boden, eine Tür wird aufgerissen und fällt wenig später wieder ins Schloss – Stille …. Da fehlte doch noch irgendetwas!? Richtig, es laufen auf diesem Planeten eine Menge Zeitgenossen herum, die sich schlicht und ergreifend nicht die Flossen waschen, wenn sie kurz zuvor noch mit ihrer Nudel herumhantiert haben. Nach solchen Erlebnissen kommt man echt ins Grübeln, ob man seinen Mitmenschen überhaupt noch die Hand zur Begrüßung reichen sollte. Schweine!!!



Squelau! Squalaaf!
Montag, 4. Februar 2008, 16:05 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Merkwürdigkeiten

Ich muss zugeben, dass ich in einer kurzen Phase meines Lebens dem alljährlichen Karnewahn durchaus etwas abgewinnen konnte. Damals – ich war so zwischen sechzehn und zweiundzwanzig – lebte ich in Ratingen bei Düsseldorf. In diesem Ort war es mir nahezu unmöglich, mich dem bunten Treiben zu entziehen, selbst wenn ich es noch so sehr gewollt hätte.

Als gebürtiger Norddeutscher erlitt ich zunächst einen gehörigen Kulturschock, als ich zum ersten Mal in meinem Leben mit einer echten rheinischen Altweiberfastnacht konfrontiert wurde. Der Schreck war allerdings nur von kurzer Dauer, denn mit zunehmendem Altbierpegel wich das anfangs ungläubige Staunen einer durchaus angenehmen Feierlaune. Am Freitag wurde erneut gebechert und am Samstag erlitt ich – als aufgebrezelte Putzfrau verkleidet – in unserer damaligen Stammkneipe in Düsseldorf Rath einen Totalabsturz, von dem ich mich bis einschließlich Rosenmontag erst einmal erholen musste. Der Aschermittwoch begann für mich in jenem Jahr bereits ein paar Tage früher.

In den darauffolgenden Jahren verbrachte ich die Feierlichkeiten meist in der Düsseldorfer Altstadt, wurde aber auch mindestens einmal in Köln auf einer Karnevalsparty gesichtet. Nach wie vor konnte ich Büttenreden, Umzügen oder Kostümen nicht allzuviel abgewinnen – Ich fand das spießig! Es ging mir um das blanke Abfeiern! Ich war der Faszination des kollektiven Wahnsinns vollkommen erlegen. Klar, dass dabei auch beträchtliche Mengen Alkohol konsumiert wurden. Keine Ahnung, ob man Karneval auch anders ertragen kann – ich ließ es jedenfalls nicht darauf ankommen. Eigentlich ziemlich armselig, aber Spaß hat es trotzdem gemacht.

Es war nun nicht so, dass ich zu einem überzeugten Karnevalisten wurde (das verbot mir allein schon meine hanseatische Herkunft), aber die ganze Sache wurde mir nach und nach immer sympathischer. Ja, ich entwickelte sogar ein wenig Verständnis für die eingeborenen Düsseldorfer oder Kölner, die pünktlich zur Karnevalszeit die merkwürdige Metamorphose zum durchgeknallten Jecken vollzogen. Der Außenstehende steht vor der Wahl: Entweder er lässt sich auf das seltsame Geschehen ein oder er wendet sich kopschüttelnd davon ab. Ich entschied mich für die Assimilation.

Mit Anfang zwanzig verschlug es mich ins Schwäbische, wo der Karneval in Form der schwäbisch-alemannischen Fastnacht daherkommt. Mit diesem urtümlichen und für Volkskundler sicherlich hochinteressanten Brauchtum konnte ich mich bisher überhaupt nicht anfreunden. Zu ernst, zu erdverbunden, zu ich-weiß-auch-nicht-was-es-ist! Mir sagt da der rheinische Frohsinn doch ein wenig mehr zu, obwohl ich zugeben muss, dass dieser recht aufgesetzt wirkt. Man mag es kaum glauben, aber ich hätte heute echt nichts dagegen, in einer Düsseldorfer Altstadtkneipe zu versacken und leicht angesüffelt das “Altbierlied” zu schmettern.