Ein Tag nach der Stunde Null (+1h)
Montag, 31. März 2008, 21:30 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Genervt!

Der miese Tag begann bereits in der Nacht: Gestern kam ich wegen meines verschobenen Schlafrhythmus’ – ich hatte in der vorigen Woche Urlaub – erst gegen ein Uhr ins Bett. Anschließend wälzte ich mich bis ungefähr drei Uhr in der Falle herum bis ich endlich einschlafen konnte. Irgendwann wurde ich wieder wach, weil mir viel zu warm war – Außerdem war die Decke total zerwühlt und ließ sich im Dunkeln nicht mehr in einen schlaftauglichen Zustand bringen. Da ich fix und alle war, konnte ich nach einigem Ringen trotzdem wieder einschlafen. Nur kurze Zeit später wurde ich wieder wach, weil mich (jetzt nicht lachen! ;-) ) eine entzündete Barthaarwurzel bzw. ein Pickelchen am Ende eines Barthaares plagte. Jedesmal, wenn ich mich auf die linke Wange legte und mich nur ein wenig bewegte, glaubte ich, dass mich jemand an der betroffenen Stelle mit einer Nadel malträtieren würde. Im Halbschlaf versuchte ich vergebens, den Plagegeist auszuzupfen (nach dem Aufstehen habe ich dann fast drei Minuten mit der Pinzette vor dem Spiegel kämpfen müssen, bis ich das Scheißding endlich los war). Zwar fand ich wieder in den Schlaf, aber um 05:51 Uhr (Sommerzeit wohlgemerkt! F**k!) war die Nacht dann endgültig gelaufen.

Der erste Arbeitstag nach meiner Urlaubswoche begann damit, dass ich erst einmal nichts zu tun hatte. Das hört sich zwar phantastisch an, kommt aber in Wahrheit ziemlich schlecht, wenn man seine Anwesenheitszeiten verbuchen muss – Das Däumchendrehen will einem (zu Recht) niemand bezahlen. Schließlich bekam ich dann doch noch ein paar anständige Aufgaben zugeteilt, die mich immerhin über die nächsten Tage retten werden. Bis zum Feierabend hielt ich dann überraschend frisch durch, was mich bei meinem heftigen Schlafdefizit ziemlich erstaunte.

Als ich nach Hause kam, lag die CD, die ich vor knapp zweieinhalb Wochen bei einem namhaften Online-Auktionshaus ersteigert habe schon wieder nicht im Briefkasten. Dafür fand ich dort einen Brief meines Kabelanbieters bzw. eines von mir abonnierten Pay-TV-Senders, auf den ich schon länger mit Bangen gewartet hatte. Die beiden steigen auf ein neues Verschlüsselungssystem um, was zur Folge haben wird, dass ich zumindest die Filme des Bezahlsenders künftig nicht mehr mit meiner d-box streamen kann. Dummerweise wurde mein Abo erst vor Kurzem um zwölf Monate verlängert, so dass ich nun erst einmal eine Zeitlang damit leben muss, dass ich die ausgestrahlten Filme nur noch “live” und nicht mehr als Aufzeichnung anschauen kann – Ich hasse feste Sendezeiten! Man ist da so furchtbar verplant…

Immerhin habe ich mir meinen Frust etwa zwei Stunden lang am Schlagzeug vom Leibe spielen können, was ich als sehr erholsam empfand. [An dieser Stelle eine Botschaft für Stiggi: Biete, wenn du magst, auf das R*****-Kit! Ich werde doch eher ein paar Preisstufen höher gehen, wenn ich "aufrüste"]

Und was war heute sonst noch doof? Hm, ich habe mir auf die Unterlippe gebissen und die brennt jetzt unangenehm. Aber sonst geht’s mir erstaunlich gut…

Sommerzeitumstellung 2008



Dönn-dörrönn-dönndönn-dönn!
Samstag, 29. März 2008, 09:24 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Film und Fernsehen

Auch in diesem Jahr kam der “Cineastische Kreis” zur traditionellen Ostersession zusammen. Wer das Ereignis zu Hause nachspielen möchte, sollte sich einfach die aufgeführten Filme besorgen und diese nach und nach in geselliger Runde anschauen.

Do. (20.03.2008)

Nur Samstag Nacht (USA 1977, O: Saturday Night Fever, R: John Badham)
Diverse Kurzfilme* aus R.s schier unerschöpflicher Sammlung
Kalkofes Mattscheibe*** (diverse Folgen)

Fr. (21.03.2008)

Metalocalypse** (USA 2006, O: Metalocalypse, R: Jon Schnepp, Chris Prynoski)
Crocodile (Südkorea 1996, O: Ag-o, R: Kim Ki-duk)
Pom Poko (Japan 1994, O: Heisei tanuki gassen ponpoko, R: Isao Takahata)
FLCL** (Japan 2000, O: FLCL, R: Kazuya Tsurumaki)
Lucky Number Slevin (USA 2006, O: Lucky Number Slevin, R: Paul McGuigan)
Kalkofes Mattscheibe*** (diverse Folgen)

Sa. (22.03.2008)

Metalocalypse**
Augen der Angst (Großbritannien 1960, O: Peeping Tom, R: Michael Powell)
Andy Warhol Eating a Hamburger* Ausschnitt aus 66 Scenes from America (Dänemark 1982, O: 66 scener fra Amerika, R: Jørgen Leth)
Pi Song* (aus R.s schier unerschöpflicher Sammlung)
A Tale of Two Sisters (Südkorea 2003, O: Janghwa, Hongryeon, R: Kim Ji-Woon)
Metalocalypse**
FLCL**
Metalocalypse**
Charlie staubt Millionen ab (Großbritannien 1969, O: The Italian Job, R: Peter Collinson)
C’était un rendezvous* (Frankreich 1976, O: C’était un rendez-vous, R: Claude Lelouch)
Food Fight* (USA[?] 2006, O: Food Fight, R: Stefan J. Nadelman)
Kalkofes Mattscheibe*** (diverse Folgen)

So. (23.03.2008)

Frank Zappa – Don’t Eat the Yellow Snow* (aus R.s schier unerschöpflicher Sammlung)
Titus (Großbritannien, Italien, USA 1999, O: Titus, R: Julie Taymor)
The Holy Mountain (Mexiko 1975, O: The Holy Mountain, R: Alejandro Jodorowsky)
Lilo & Stitch (USA 2002, O: Lilo & Stitch, R: Dean Deblois, Chris Sanders)
Metalocalypse**
The Business (Großbritannien 2005, O: The Business, R: Nick Love)
FLCL**
Born to Fight (Thailand 2004, O: Gerd ma lui, R: Panna Rittikrai)
Gilgamesh*** [Episoden 1 und 2] (Japan 2003, O: Gilgamesh, R: Masahiko Murata)
Kalkofes Mattscheibe*** (diverse Folgen)

Mo. (24.03.2008)

4 Geschichten über 5 Tote (Deutschland 1998, O: 4 Geschichten über 5 Tote, R: Lars Büchel)
Metalocalypse**
Wenn Träume fliegen lernen (Großbritannien, USA 2004, O: Finding Neverland, R: Marc Forster)
FLCL**
Metalocalypse**
Fast wia im richtigen Leben: Finanzamt* (Deutschland 1978, O: Fast wia im richtigen Leben, R: Hanns Christian Müller)
Peking Opera Blues (Hongkong 1986, O: Do ma daan, R: Tsui Hark)
Der Tag, an dem die Erde stillstand (USA 1951, O: The Day the Earth Stood Still, R: Robert Wise)
Metalocalypse**

*Kurzfilm
**Diese TV-Serien hatten wir am Ende des Session komplett durch.
***TV-Serien unvollständig. Einzelne Episoden dienten als Puffer zwischen zwei Spielfilmen oder ließen die Abende locker ausklingen.



Kalte Platte
Freitag, 28. März 2008, 20:47 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Motorrad

Eigentlich wollte ich heute mit der “Dicken” nur mal kurz zu einem Elektronik-Discounter nach Stuttgart, um mir etwas Sprudelsirup und eine DVD zu besorgen. Da allerdings das Wetter so wundervoll motorradkompatibel war, beschloss ich, zur Löwensteiner Platte zu fahren, um mir dort im Kreise Geleichgesinnter ein Paar Bockwürstchen Saiten in die Figur zu jagen. Ohne festgelegte Route ließ ich mich locker in Richtung Norden treiben und erreichte mit zunehmenden Höhenmetern irgendwann die Schneegrenze. Mein norddeutsches und somit durch Flachland gepägtes Hirn war etwas verblüfft, ließ sich aber relativ schnell auf die neue Situation einpegeln.

Da ich mir bei meiner ersten Ausfahrt Anfang März schier die Arme abgefroren hatte, war heute vorsorglich das Winterfell in die Kombi geknöpft, so dass ich es angenehm warm auf dem Bock hatte. Kein Bibbern oder Frösteln – Alles optimal! Sogar die Griffheizung konnte ausgeschaltet bleiben. So ging es eine Weile durch den winterlichen Forst bis ich irgendwann mein Ziel erreichte. Der erste Blick brachte eine Enttäuschung mit sich: Der Imbisswagen, der mir meinen Hunger stillen sollte, war noch nicht aufgestellt. Die Saison war ganz offensichtlich noch nicht richtig eröffnet. Nach kurzem Zögern bog ich trotzdem auf den Parkplatz ab, hockte mich eine Weile auf eine Holzbank und genoss die schöne Aussicht. Leider war mein Handy nicht aufgeladen und verabschiedete sich beim Fotografieren in eine Art stromloses Koma.

Insgesamt waren wohl nur etwa 20 bis 25 Biker jeglicher Couleur auf der Platte, wobei eine Handvoll Senioren mit ihren Tourern ein laut schwäbelndes Zentrum bildete. Nach einer Viertelstunde zog ich hungrig Richtung Finsterrot weiter. Die Landschaft lag auf den nächsten Kilometern unter einer dichten Schneedecke. Da die Straßen geräumt und größtenteils trocken waren, machte das Fahren in Frau Holles Gefilden richtig Laune. Getrübt wurde der Genuss lediglich durch einen Kombifahrer, der seiner Scheibenwaschanlage eine intensive Spülung gönnte, während ich hinter ihm herfuhr. Dass ich der blöden Pottsau beim Überholen nicht in die Tür getreten habe, lag wohl einerseits an meiner augeglichenen Art und andererseits am frischen Zitrusduft, der meinen Helm nach dieser unfreiwilligen Dusche durchzog. Autofahrer denken oft nicht weiter als ein Schwein scheißt. Schwamm drüber!

Unterm Strich war ich etwa 2,5 Stunden unterwegs und habe ungefähr 160 Kilometer geschrubbt. Mal sehen, wie das Wetter morgen wird…
BMW K 1100 LT SE irgendwo vor Löwenstein

Info für den “cineastischen Kreis”: Keine Sorge, der Beitrag zur Ostersession kommt in den nächsten Tagen.



Gehörnte Schweinerei
Mittwoch, 26. März 2008, 08:35 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Merkwürdigkeiten

Es ist ja weithin bekannt, dass in einem Gläschen Babynahrung nicht unbedingt ein pürierter Säugling stecken muss, nur weil ein grinsender Windelscheißer auf dem Etikett abgebildet ist. Muss man sich also wirklich noch darüber wundern, wenn auf der Verpackung einer leckeren Landleberwurst ein paar Kühe auf einer Weide zu sehen sind? In der Wurst dürften diese, sofern man der Auflistung der Zutaten glauben darf, jedenfalls nicht stecken.

Gescheckte Hornschweine



Die einsame Insel im Werbemeer
Montag, 17. März 2008, 19:11 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein

Zumindest meinen Stammlesern dürfte aufgefallen sein, dass die Anzahl meiner genervten Blogeinträge über werbende Telefonterroristen seit einiger Zeit gegen Null tendiert. Der Grund dafür ist ganz einfach: Ich konnte in den letzten Monaten keinen einzigen Versuch fernmündlicher Kaltakquise verzeichnen. Und auch mein Briefkasten hat sich in der Zwischenzeit zu einer (fast) werbefreien Zone entwickelt. Zwar können die lokalen Austräger von Pizzakarten, Immobilienangeboten oder Autoankaufgesuchen immer noch nicht lesen (oder stellen sich einfach nur dumm) und ignorieren nach wie vor hartnäckig das Einwurfverbot für Werbung auf meiner Briefkastenklappe, aber die Versender von Marketingbriefen haben endlich ihre Versuche eingestellt, mir Geldanlagemöglichkeiten, Lotterielose oder sonstigen Blödsinn anzubieten.

Es geschehen also noch Zeichen und Wunder!? Naja, ich musste zwar ein wenig nachhelfen, aber das Ergebnis steht in einem überproportional guten Verhältnis zum minimalen Einsatz. Ich hatte mich ja im Dezember in verschiedene Robinsonlisten eingetragen und das hat nach einer kurzen Anlaufphase tatsächlich zu einer spürbaren Verbesserung meiner Lebensqualität geführt. Es ist einfach angenehm, sich nachmittags oder am frühen Abend kurz auf’s Ohr hauen zu können, ohne dass man von irgendeinem Mitglied der Call-Qaida aus dem Schlaf gerissen wird. Und es ist gut zu wissen, dass der eigene Briefkasten kein Altpapiercontainer für schwachsinnige Massenpostings ist, die sowieso keine Sau interessieren.

Wer sich also durch Werbeanrufe belästigt fühlen sollte (nach einer forsa-Umfrage sind das immerhin 86% der Bevölkerung), der sollte sich vielleicht Gedanken über eine freiwillige Robinsonade machen. Ich habe damit jedenfalls keinen Schiffbruch erlitten.

…und die forsa hat hier auch schon seit einiger Zeit nicht mehr angeklingelt! ;-)

Wählerischer Briefschlitz



Tod im Morgengrauen
Sonntag, 16. März 2008, 11:46 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Genervt!

Heute Morgen erwachte ich gegen 6:30 Uhr, weil irgendetwas “nicht stimmte”. Das erste Geräusch, das ich wahrnahm, war das Auslaufen der Festplatte meines Rechners. Ein weiteres Horchen in die Dunkelheit ließ nichts Gutes erwarten. Es war still … zu still! Die drei Festplatten sowie die Lüfter für Netzteil, Prozessor und Graphikkarte gaben keinen Mucks mehr von sich: Der PC war aus! Da sich die tapfere kleine Kampfsau seit ein paar Jahren nonstop im 24/7-Einsatz befand, konnte diese brüllende Stille eigentlich nur eines bedeuten: Das Ableben meines Computers!

Ich wollte mir ein Bild von der Sache machen und griff zum Lichtschalter – Fehlanzeige, denn der Rechner hatte beim Verrecken auch noch die Sicherung rausgehauen: “Wenn ich schon sterben muss, dann nehme ich wenigstens noch ein paar von euch mit!” Nachdem ich die Sicherung wieder umgelegt hatte, waren allerdings keine weiteren Verluste zu beklagen. Tja, ein einsamer Märtyrer mehr…

Zu welch merkwürdigen Handlungen sogar ein IT-Profi getrieben werden kann, wenn gar nichts mehr geht, konnte ich anschließend an mir selbst beobachten. Ich versuchte nämlich, die Maschine einzuschalten. Ein einzelner Versuch wäre ja auch ganz normal gewesen, aber ich drückte den Schalter im Verlauf der nächsten Minuten mehrere Male. Was erwartete ich? Ein Wunder? Irgendwann kapierte ich dann aber, dass ich kein digitaler Jesus bin, und musste zähneknirschend den Tod meines Rechenknechts offiziell anerkennen.

Ich begann, die Nachteile, die mir aus diesem morgendlichen Exitus entstehen würden, aufzuzählen. Meine ersten entsetzten Gedanken galten Krzysztof Kieślowskis Dekalog-Reihe, welche zur Zeit auf arte ausgestahlt wird. Nachdem ich mir gestern die ersten beiden Teile aufgezeichnet hatte, wären heute die Teile drei und vier an der Reihe gewesen. Kein PC zum Aufnehmen? Eine Katastrophe für meine Sammlung! Da ab Karfreitag auch noch ein üblicherweise reichhaltiges Osterprogramm auf allen Sendern ansteht, musste ich mich also wohl oder übel mit dem Gedanken anfreunden, mir am Montag einen neuen Rechner zu beschaffen. Die ungeplante größere Geldausgabe, die augenblickliche Unlust zum Selbstbau (Ich kaufe meine PCs grundsätzlich nicht von der Stange!) und zur Konfiguration versauten mir die Laune noch mehr.

Zu einer Obduktion am toten Freund hatte ich ebenfalls keine Lust. War das Board defekt? Der Prozessor? War es nur das Netzteil? Oder waren sogar mehrere Bauteile in Kombination ausgefallen? Das sind Probleme, an denen ich auch schon in der Vergangenheit zu knabbern hatte. Das endet dann beispielsweise in Aktionen, die so blöd sind, dass man sich lieber gleich einen neuen Computer baut. So hatte ich z.B. einmal einen PC nach seinem Abschied in die ewigen Jagdgründe so lange mit neuen Bauteilen bestückt, bis er wieder lief. Das Problem war nur, dass ich für jedes einzelne Ersatzteil eine weitere Fahrt zum Händler auf mich nehmen musste, weil ich nämlich nicht genau wusste, welches Teil eigentlich über den Jordan gegangen war.

Ich ließ heute also den Leichnam erst einmal unter dem Schreibtisch stehen, schaltete alle schwarzen Gedanken aus und die Glotze an. Ablenkung – Das war es, was mir den Schrecken aus der Morgenstunde nehmen sollte. Nach etwa einer Stunde hatte ich das Problem immer noch nicht aus meinem Kopf. Ich begab mich also angenervt zum “Friedhof der Kuscheltiere”, der letztendlich nicht anderes ist als eine Ansammlung meiner ausgedienten PCs, die in einer diskreten Ecke meines Schlafzimmers auf eine zweite Chance als Teilespender warten.

Vielleicht war es ja wirklich nur das Netzteil!? Ich schraubte mir also den Stromkasten aus einem älteren Gerät und schloss ihn ohne große Hoffnung an die Leiche an – Tatsächlich, nach dem Betätigen des Netzschalters regte sich wieder Leben in der Kiste! Ich schaltete den Rechner aus, verkabelte ihn komplett und wagte einen zweiten Anlauf. Wie man unschwer an diesem Blog-Eintrag erkennen kann, läuft alles wieder einwandfrei … und mein PC ist ein Zombie! Cool!

Totes Netzteil



Leseschwäche und Kopfkino – “Soy Dios”
Donnerstag, 13. März 2008, 20:57 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Merkwürdigkeiten

Das etwas nachlässige und oberflächliche Überfliegen von Texten kann manchmal zu ganz unterhaltsamen Verlesern führen. So stieß ich heute bei “Spiegel Online” auf folgende Überschrift:

Brasilien: Kirche kämpft mit Plastikföten gegen Abtreibung

Hinter dieser Schlagzeile verbarg sich ein Artikel, der sich mit einer Aktion der katholischen Kirche befasste, die in ihrem Kampf gegen eine Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in Brasilien auf die merkwürdige Idee verfallen ist, künstliche Mini-Föten an etliche Gemeinden in Rio de Janeiro zu verteilen. Die kleinen Kunststoffmodelle werden dort in speziellen Messen ins heilige Abendmahl einbezogen, indem ihnen Messwein und Hostien angeboten werden. Eigentlich sollten solch bizarre Rituale einem klar denkenden Menschen im 21. Jahrhundert Schauder über den Rücken jagen, aber wenn’s den Katholiken Spaß macht…

Naja, die Meldung hatte für mich ungefähr den gleichen Stellenwert wie der berühmte Sack Reis in China. Da ich die Überschrift nur sehr schlampig gelesen hatte, fügte irgendein gelangweilter Teil meines Gehirns ein zusätzliches “L” in die Plastikföten ein, welche nun als Plastikflöten meine Phantasie beflügelten. Da ich zu diesem Zeitpunkt den Inhalt des Berichtes noch nicht kannte, malte ich mir in meinem Kopf wunderbar skurrile Bilder aus. Vor meinem geistigen Auge erschien eine typisch südamerikanische Plaza, welche von einer großen Kirche im spanischen* Kolonialstil beherrscht wurde. Vor dem imposanten Gebäude bliesen mehrere Tausend Indios und Mestizen in gelb-güne Blockflöten aus Kunststoff, die von eifrigen Priestern kostenlos an die Massen verteilt wurden. Die Szene hätte auch Alejandro Jodorowsky nicht schräger inszenieren können – Ich baute mir mein eigenes “Santa Sangre” und hatte mordsmäßigen Spaß daran. Wer braucht da noch Filme?

Mehr gibt es über den heutigen Tag wirklich nicht zu berichten… :D

*Ja, ich weiß, dass Brasilien portugiesisch geprägt ist, aber die Phantasie kennt ja bekanntlich keine Grenzen. Bei den geschilderten Gedanken handelt es sich um spontane Assoziationen.



Die aktuelle Filmwarnung
Montag, 10. März 2008, 22:04 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Film und Fernsehen

Gestern habe ich mir meine Aufzeichnung von Christoph Schlingensiefs “Menu Total” angeschaut und möchte daher ausdrücklich auf die Wiederholung in der Nacht vom 11. auf den 12. März hinweisen (arte, ab 01:25 Uhr). Ich werde den Teufel tun, euch den Konsum dieses absolut schrägen Streifens auszureden – Nein, schaut ihn an und bildet euch euer eigenes Urteil.

Ich habe schon etliche absurde Filme in meinem Leben gesehen (und auch genossen!), aber was mir da vor den Glotzern herumflimmerte, war echt die Krönung. arte zeigte “Menu Total” im Rahmen seiner Trash-Reihe, wo er meiner Meinung nach auch bestens aufgehoben war. Immerhin hat es Schlingensief geschafft, mich völlig verwirrt zurückzulassen und heftigst an meinem (und auch Schlingensiefs) Intellekt zu zweifeln. Es ist diese Art von (Film-)Kunst, bei der sich der Betrachter ernsthaft fragen muss, ob es sich hierbei nicht schlicht und ergreifend um eine riesengroße Low-Budget-Verarsche handeln könnte. Liest man ergänzend einige hochtrabende Rezensionen im Web, wird einem sehr schnell klar, dass das wohl nicht stimmen kann. Nein, der Regisseur ist ein großer Künstler und der gemeine Zuschauer einfach nur zu blöd für die message des Films!

Man muss “Menu Total” allerdings zugute halten, dass Schlingensiefs Kameraarbeit ganz ordentlich ist. Da ich sowieso ein Faible für plakative Einstellungen in konstrastreichem Schwarzweiß habe, haben mir einige Szenen immerhin rein optisch recht gut gefallen. Helge Schneiders Musik (Cool Jazz) unterstreicht die düstere Stimmung des Films hervorragend und verstärkt beim Zuschauer das unangenehme Gefühl der Entrücktheit. Stellenweise hatte ich dass Gefühl, dass sich Christoph Schlingensief vor dem Dreh sehr intensiv mit David Lynchs “Eraserhead“, den ich übrigens heiß und innig liebe, beschäftigt haben könnte.

Naja, lange Rede – kurzer Sinn: Schaut euch den Film morgen an. Und wenn ihr ihn verpasst, macht das auch nichts. :D



8. März: Internationaler Frauentag (ohne Maggus)
Samstag, 8. März 2008, 06:01 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein

Als ich gestern Morgen zur Arbeit fuhr, hörte ich wie gewohnt meinen Lieblingssender “Deutschlandradio Kultur“. Was ich auf der Fahrt zu hören bekam, versetzte mich nicht nur für den Rest des Tages in heitere Stimmung, sondern sprach mir dermaßen aus der Seele, dass ich mich entschloss, meinen eigenen Senf zum heutigen Internationalen Frauentag hübsch in der Tube zu lassen und ausnahmsweise einmal auf eine fremde Feder zu verweisen.

Was Paul-Hermann Gruner im politischen Feuilleton von “Deutschlandradio Kultur” unter dem Titel “Der Klagetag” vom Stapel ließ, darf der Welt nicht verloren gehen. Ich empfehle euch, den dazugehörigen Podcast* anzuhören, denn Gruners spöttischer Vortrag weiß zu unterhalten.

*Höchstwahrscheinlich nur für einen begrenzten Zeitraum verfügbar.



Stimmungsbild
Mittwoch, 5. März 2008, 23:01 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Merkwürdigkeiten

Bilder sagen manchmal mehr als Worte. Und dass ich keine Hände zeichnen kann, ist mir in diesem Fall scheißegal! :D

Schubidubidu

[Der nächste Absturz kommt bestimmt]