Block-Blog
Mittwoch, 29. April 2009, 17:09 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Merkwürdigkeiten

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Eläkeläiset – Humppa Advisory – Explicit Idiots
Donnerstag, 23. April 2009, 15:48 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein

Obwohl ich mein Blog in der letzten Zeit ein wenig vernachlässigt habe, ist es mir heute eine Freude, über ein Konzert zu berichten, das ich vor zwei Tagen besucht habe. Eläkeläiset sind wieder einmal auf (Sauf-)Tour in Deutschland und machten vorgestern Station in Karlsruhe. Klar, dass Maggus, Stiggi und ich wieder mit von der Partie waren – Inzwischen gehören die Auftritte der trinkfesten Finnen im Substage zu unserer festen Jahresplanung. Es sei denn, sie gönnen sich wie 2007 eine Auszeit.

Eläkeläiset - Humppa Advisory - Explicit Idiots

In diesem Jahr wuchs unsere verschworene Humppa-Troika übrigens zum Quintett. In missionarischem Eifer hatte ich nämlich Bille und meiner Tochter ebenfalls Karten besorgt, so dass die beiden notgedrungen mitkommen mussten. Bille wurde im Vorfeld schon einmal per DVD auf die kommenden Ereignisse eingestimmt, mein Kind hatte ich bis zum Schluss im Unklaren gelassen – Ich überrasche halt gern. Da ich die beiden Mädels nach dem Konzert noch auf ihre Wohnorte verteilen musste und mir etliche Extrakilometer Fahrt zu später Stunde bevorstanden, hatte ich für den Mittwoch in weiser Voraussicht Urlaub eingereicht.

Kurz nach 20:00 Uhr trafen wir drei Stiggi und Maggus vor dem Substage und stiegen ein paar Minuten später die Stufen zum unterirdisch gelegenen Veranstaltungsort hinab. Wie gut, dass meine Tochter ihren Personalausweis dabei hatte, denn sie wurde am Eingang zunächst sehr kritisch beäugt (”Einlass ab 16 Jahren”) und dann nach dem Lappen gefragt. Ich hatte meinen Ausweis übrigens, wie auch meinen Geldbeutel, zu Hause in der Motorradjacke vergessen. Wie gut, dass ich inzwischen so alt aussehe, dass ich nur noch selten nach einem Altersnachweis gefragt werde.* Das vergessene Geld war auch kein Beinbruch, da ich mit Bille eine zahlungskräftige Partnerin an meiner Seite hatte. Jawoll, ich ließ mich an diesem Abend von meiner Liebsten aushalten! Das war auch zwingend notwendig, da ich Maggus noch ein Bier schuldete und meiner Tochter ein standesgemäßes Eläkeläiset-T-Shirt (Motiv “Poro classic”) schenken wollte. Mein ausdrücklicher Dank geht an dieser Stelle an Bille!

Trotz unseres pünktlichen Erscheinens sicherten wir uns – aus Erfahrung klug – keine Plätze direkt vor der Bühne, da wir diesmal nicht auf Einquetschen oder Pogo aus waren. Stattdessen stellten wir uns, wie bereits im letzten Jahr, halbrechts vor das Mischpult und konnten so das Konzert ohne größere körperliche Schäden hinter uns bringen. Mit etwas Verspätung betraten Eläkeläiset, auch diesmal zu fünft (Drums, Bass, Akkordeon, 2x Keyboard), kurz nach 21:00 Uhr zur Bontempi-Version von Julius Fučíks “Einmarsch der Gladiatoren” – von den Fans begeistert mitgejohlt – die Bühne. Nachdem geklärt war, was das Publikum hören wollte (”Was wollen Sie hören?” – “HUMPPA!”), wurde erst einmal, einer uralten Eläkeläiset-Tradition folgend, die Aufnahmebereitschaft der Zuhörer kontrolliert. Ein Bandmitglied fragt “Bereit?” und das Publikum signalisiert durch seine erhobenen Hände, dass es losgehen kann. Dieses Ritual wird vor jedem Song zelebriert, sofern die Herren hinter ihren Tischen sich nicht in finnisch-englisch-deutschem Kauderwelsch verplappern oder sonstwie verblödeln (”Ich möchte f***en wie ein Trabant!”). In einem solchen Fall kann es auch einmal vorkommen, dass die Band den nächsten Song ohne “Bereitschaft” des Publikums spielt.

Das Programm war auch diesmal wieder bunt gemischt. So wurden u.a. Songs von Oasis, Kraftwerk, Iron Maiden, Motörhead, Bon Jovi, Van Halen, Scorpions, The Cure oder den Pixies als Humppa-Versionen durch die Verstärker geblasen, wobei die finnischen 2/4-Takt-Polkas den Originalen in nichts nachstanden. Ja, die Musik ging vom Ohr direkt in die Beine und das Publikum war von der ersten Minute an in absoluter Partystimmung. Vorn wurde wild gepogt und weiter hinten immerhin noch anständig mitgewippt. Ein Ohrwurm folgte dem anderen, wobei diesmal einige neue Songs gespielt wurden, die ich nicht eindeutig irgendeinem Original zuordnen konnte. Das trübte den Spaß aber kein bisschen, denn die Musiker gaben unter beachtlichem Alkoholgenuss wieder einmal alles und hatten sichtlich Spaß am Auftritt. Bei so viel guter Laune bleibt selbstverständlich kein Auge trocken. Der lange Weg nach Karlsruhe hat sich auch in diesem Jahr wieder voll gelohnt. Beim nächsten Mal sind wir hoffentlich alle wieder mit dabei!

*Das schönste T-Shirt, das ich an diesem Abend gesehen habe verkündete übrigens den wunderbaren Spruch “Too old to die young”.



Nabelschau
Donnerstag, 16. April 2009, 17:06 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Film und Fernsehen, Merkwürdigkeiten

Ich bin begeisterter Fan der “Mythbusters” und sammle die Serie schon seit mehreren Jahren. Inzwischen dürften sich bei mir um die hundert Episoden auf zig DVDs angesammelt haben. Zwar haben mir die alten Staffeln einen Tick besser gefallen, aber trotzdem freue ich mich nach wie vor über jede neue Folge, die ausgestrahlt wird. Natürlich muss Bille von Zeit zu Zeit mitgucken, wobei ihr kürzlich die folgende Frage in den Sinn kam: “Warum haben Männer eigentlich immer Fusseln im Bauchnabel und Frauen nicht?” – Handelt es sich bei dieser Behauptung nun um einen Mythos oder entspricht sie tatsächlich der Wahrheit? Vielleicht sollte ich einfach mal eine Mail an die Mythbusters schreiben, damit sie dieser Sache ein für allemal auf den Grund gehen.

Wie kommen Frauen eigentlich immer auf so seltsame Fragen? ;-)



Um viele Euros ärmer, aber trotzdem happy
Mittwoch, 15. April 2009, 20:32 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Motorrad

Juchu, meine Dicke hat den TÜV “ohne festgestellte Mängel” bekommen! Da ich für die Prüfung und eine fällige große Inspektion in eine Fachwerkstatt gefahren bin, kam allerdings eine fette Rechnung hinterher (über den horrenden Betrag hülle ich mich lieber mal in tiefstes Schweigen *schluck*). Immerhin versüßte mir das Lob eines BMW-Mitarbeiters, dass die vierzehn Jahre alte Maschine “noch sehr gut dastehen” würde, die bittere Pille ein wenig. Ich bin einfach froh darüber, dass ich einen zuverlässigen und gepflegten Bock unter dem Hintern habe, der es wohl noch ein paar Jahre mit mir aushalten muss. Wenn ich da an meine zickige Duc zurückdenke… Kein Vergleich!



Ohren zu und durch – Um des lieben Friedens willen?
Dienstag, 14. April 2009, 14:31 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Genervt!

Streitigkeiten in der Nachbarschaft können den unangenehmen Nebeneffekt mit sich bringen, dass sie in einer Kleinigkeit ihren Anfang nehmen, sich zum täglichen Kleinkrieg ausweiten und nach Jahren des starrköpfigen Zwists vor Gericht enden. Ich habe meine Lektion in jungen Jahren (so um 1990/91 herum) lernen müssen, als ich mich höflich bei einer Nachbarin – einer älteren Dame – darüber beschwerte, dass sich ihr lieber Sohnemann bei seinen Wochenendbesuchen mit seinem Wagen immer so hinter mein Auto stellte, dass ich nicht mehr ausparken konnte. Der Witz an der Sache war, dass vor dem Haus eigentlich immer genügend freie Parkplätze zur Verfügung standen, der feine Herr aber wohl mit dem Einparken intellektuell überfordert war. Ich beobachtete dieses “Nach mir die Sintflut”-Verhalten eine ganze Weile und mir kam irgendwann der Spruch “Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt” in den Sinn. Also beschwerte ich mich bei meiner Nachbarin und bat um eine Verbesserung der Situation.

Zugeparkt

(Zur Verdeutlichung. Dreimal dürft ihr raten, wem der rote Wagen gehörte.)

Mein kleiner höflicher Denkanstoß hatte zur Folge, dass mein Auto fortan freie Fahrt nach hinten hatte und ich von diesem Zeitpunkt an die Kommunikation via PostIt-Zettelchen kennenlernen durfte. Ja, meine Nachbarin war durch meine berechtigte Kritik wohl dermaßen angepisst, dass ich nur einen Furz lassen musste, um umgehend eine Beschwerde in Form einer PostIt-Nachricht an die Wohnungstür oder den Briefkasten geklebt zu bekommen. Den Höhepunkt erreichte die alberne Streiterei, als die gute Frau eines Abends im Dunkeln durch das Treppenhaus taperte, dabei auf meine Katze stieß, die andere Nachbarn aus reiner Tierliebe ins Haus gelassen hatten, sich dabei höllisch erschrak und anschließend an meiner Wohnungstür klingelte. Der Haken an der Sache war jedoch, dass nicht ich die Tür öffnete, sondern meine damalige Freundin, die lediglich zu Besuch war, aber den angestauten Hass meiner Nachbarin mit voller Breitseite abbekam. Die Sache eskalierte bis meine Ex einen wütenden Heulkrampf bekam. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass der Haussegen eine ordentliche Schieflage hatte. Mit dem Wegzug aus dem PostIt-Haus, endete auch der Stress. Im nächsten Haus (50 Wohneinheiten) gab es dann nur noch kleineren Ärger mit einer Nachbarin, der es nicht passte, dass wir Blumenkästen am Balkon hängen hatten, einem Nachbarn, der mich anzeigte, weil ich mein Motorrad auf einem Pkw-Stellplatz gewaschen hatte (konnte nach einem langen Brief an das Ordnungsamt zu den Akten gelegt werden) und einem “Zettelkrieg” im Aufzug, weil mein Motorrad in der Tiefgarage stand und “da weg musste!” – Jaja, immer diese langhaarigen Motorradrocker!

In den nächsten beiden Wohnungen hatte ich mehr Glück und nettere Nachbarn. Für ein paar Jahre lebte ich stressfrei mit meinen angemieteten Mitmenschen … und umgekehrt. Auch später in Kornwestheim hatte ich die meiste Zeit meine Ruhe. In den vergangenen zehn Jahren gab es lediglich zwei Situationen, in denen es nachbarschaftliche Reibereien gab. Zunächst rutschte beim nächtlichen Nachhausekommen einer (weiteren) Ex-Freundin eine stählerne Tiefgaragentür aus der Hand, so dass es ordentlich rummste. Eine Nachbarin machte uns dann, lediglich mit Slip und T-Shirt bekleidet (das war KEIN schöner Anblick!), umgehend im Treppenhaus eine Szene. Danach war die Sache aber auch gegessen und wir konnten alle wieder friedlich zusammen unter einem Dach leben.

Unangenehmer war da schon der Nachbar, dem meine schräg hängende Briefkastenklappe zum persönlichen Fetisch geriet. Zunächst stellte er mich bei einer zufälligen Begegnung im Keller in aller Strenge zur Rede (”Was gedenken sie dagegen zu tun?”), dann trabte er irgendwann höchstpersönlich mit einem Werkzeugkoffer bewaffnet an, um sein aus den Fugen geratenes Weltbild wieder ins Lot zu bringen – Dummerweise war ich fünf Minuten schneller als er, was ihn nicht davon abhielt, mich weiter zu belehren und mit dem Anruf bei einem Schlosser zu drohen (”Das geht dann auf Ihre Rechnung!”). Es stellte sich übrigens heraus, dass die Briefkastenklappe deshalb schief hing, weil irgendjemand die Schrauben entfernt hatte – Ich habe ja bis heute meinen wasserwaagefixierten Nachbarn im Verdacht. Ein Anruf bei meinem Vermieter brachte dann noch ans Tageslicht, dass sich mein lieber Nachbar bereits bei ihm über mich beschwert hatte. Angeblich hätte ich meinen Briefkasten “mit Absicht” beschädigt. Wie gut, dass ich mit meinem Vermieter einen vernünftigen Mann auf meiner Seite hatte und der Streithammel nach einer Weile auszog. Seitdem ist Ruhe im Karton!

Warum ich das alles schreibe? Nunja, seit einer Weile ist eben keine Ruhe mehr im Karton. Irgendjemand in einer der umliegenden Wohnungen beschallt mit seiner Glotze bis spät in die Nacht bzw. bis in die Morgenstunden hinein die Nachbarschaft. In der Regel schaltet diese Dumpfnase ihren Fernseher gegen 23:30 Uhr ein und nicht vor 02:00 Uhr wieder aus. Manchmal ist es auch schon mal 04:00 Uhr geworden, einmal hat dieses asoziale Wesen die ganze Nacht durchgedröhnt. Ich stand schon drei- oder viermal um 01:00 Uhr morgens im Treppenhaus, um diesem Treiben ein Ende zu bereiten, aber leider konnte ich dann nie genau orten, woher der Lärm eigentlich genau kam. Mal klang es, als wenn 3SAT und ZDF (die bevorzugten Programme des Ruhestörers) direkt und live aus der Wohnung über mir senden würden, mal schien es, dass die Quelle im angrenzenden Nebenhaus zu suchen sei. Identifizieren konnte ich den Störer bisher leider nicht.

Der besagte Fernseher dröhnt also seit Wochen Nacht für Nacht und hat mich in der ersten Zeit echt Nerven gekostet. Die Kiste übertönt sogar meinen eigenen TV, den ich in normaler Zimmerlautstärke betreibe. Meine negativen Erfahrungen aus der Vergangenheit haben mich aber inzwischen von dem Plan abgebracht, mich bei der nächsten Störung zeitnah beim Verursacher zu beschweren. Ich will auch in den nächsten Jahren noch friedlich und ohne Zoff in meiner Wohnung leben. Inzwischen habe ich mir Ohrstöpsel gekauft und bekomme im Bett nichts mehr von den nächtlichen Soundeskapaden in der Nachbarschaft mit. Ich hage ja die stille Hoffnung, dass sich irgendwann ein anderer Nachbar gestört fühlt und das Maul aufmacht.

“Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!” – Dieser Satz gefällt mir wirklich und ich fühle mich absolut nicht wohl dabei, dass ich ihn in diesem speziellen Fall nicht ‘lebe’.