À propos Mannheim
Sonntag, 21. Oktober 2007, 12:38 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Film und Fernsehen

Gestern bekam ich Post von der Stadverwaltung Mannheim. Nachdem ein Herr oder eine Frau K. am letzten Wochenende der Meinung war, dass der Tagesparkschein, den mir mein Gastgeber Mi. freundlicherweise für das Parken in der Anwohnerzone gegeben hatte, ungültig oder unsichtbar gewesen sei, muss ich nun also das Mannheimer Stadtsäckel mit € 15,– auffüllen. Dieses Rubbellos war wohl eine Niete … oder der/die zuständige Ordnungsbeamte/in einfach nur blind. Nein, ich werde keinen Widerspruch einlegen, denn für ein längeres Hin and Her fehlt mir augenblicklich der Kampfgeist. Ich werde zahlen und vielleicht wird die Stadt Mannheim von dem Geld einen Baum pflanzen, was wiederum die Lebensqualität im Stadtgebiet erhöhen dürfte (sofern sich eine ganz bestimmte Person daran aufhängt). Es soll mir also recht sein.

À propos Mannheim – Der Brief vom “Fachbereich Sicherheit und Ordnung” erinnerte mich mahnend daran, dass hier noch die kleine Filmsession vom 13. und 14. Oktober erwähnt werden muss, zu der Mi. geladen hatte. So reiste ich also in Begleitung von Ma. aus Esslingen an, parkte meinen Wagen in Mannheim (ein groooßer Fehler) und genoss die kleine, aber feine Auswahl von Filmen, die Mi. zusammengestellt hatte.

Der erste Film des Tages war “Blood: The Last Vampire” (Japan, 2000, Regie: Hiroyuki Kitakubo). Ein technisch wirklich gut gemachtes Anime, das mit etwa 45 Minuten Laufzeit nur leider etwas zu kurz geraten war. Laut Mi. war wohl eine Serie geplant, die dann aber doch nicht realisiert wurde.

Da Mi. ein ausgesprochener Freund des asiatischen Films ist, war es auch nicht weiter verwunderlich, dass auch der zweite Streifen aus dem Land der aufgehenden Sonne kam. Die Handlung von “Shinobi” (Japan, 2005, Regie: Ten Shimoyama) würde ich etwa so umschreiben: Es scheint sich hierbei um eine Verschmelzung aus “Romeo & Julia” und den “X-Men” zu handeln. Zwar ist diese Aussage nicht ganz ernst gemeint, trifft aber bei genauerer Betrachtung durchaus zu. Schöne Bilder, eine solide Handlung und gut inszenierte Kämpfe machen diesen Film durchaus sehenswert.

Als letzter Film vor dem Abendessen lag “Paprika” (Japan, 2006, Regie: Satoshi Kon) im DVD-Player. Wir wurden instruiert, uns nicht allzusehr in der Handlung zu verlieren, sondern lieber die Bilderflut des Animes zu genießen. Als der Film vorbei war, war mir klar, warum. Hier wurde eine äußerst komplex konstruierte Geschichte in einen wundervoll detailverliebten Zeichentrickfilm verpackt. Man darf sich also nicht ablenken lassen, um wirklich alles verarbeiten zu können, was sich die Macher des Films ausgedacht haben. “Paprika” ist auf jeden Fall ein Film, den man sich öfter anschauen sollte/möchte/muss. Der Streifen ließ mich mit einem verwirrten “What the fuck!?” auf der Hirnrinde zurück und ich setzte die DVD auf meine Wunschliste. Ich denke mal, dass ich sie mir in der nächsten Woche anschaffen werde.

Nach dieser kräftigen Portion Augenfutter stellte sich Mi. in die Küche, um uns drei mit einem äußerst leckeren Curry zu bekochen. Obwohl es an dem Essen absolut nichts auszusetzen gab, machte ich mir unter dem Stichwort “Reiskochen” eine kurze Notiz im Hinterkopf, die ich sowohl Mi. als auch R. aus Ravensburg (der übrigens leider nicht mit von der Partie war) bei der nächsten Gelegenheit unter die Nase reiben werde. Die beiden wissen schon, warum. ;-)

Nach dem Abendessen ging es selbstverständlich asiatisch weiter. Mit “Silk” (Taiwan, 2006, Regie: Chao-Bin Su) begaben wir uns nun in die Geisterbahn. Grundsätzlich war die Geschichte nicht schlecht und technisch auch ganz gut umgesetzt, aber ein angenehmer Grusel wollte sich bei mir nicht einstellen. Und das soll jetzt nicht etwa heißen, das ich inzwischen völlig abgebrüht bin. Beispielsweise bekomme ich auch beim wiederholten Anschauen der japanischen Originale von “Ring” oder “Ju-on: The Grudge” immer wieder ein paar ordentliche Gänsehäute. Dagegen konnte “Silk” leider nicht anstinken.

Zu später Stunde verließen wir dann den asiatischen Kontinent und wandten uns mit der ersten Epsiode von “Invader ZIM” den Amis zu. Lag es an meiner vorangeschrittenen Müdigkeit oder dem leicht grippigen Gefühl, dass ich der Folge nur noch wie in Watte gepackt folgen konnte und sie deshalb nicht richtig zu würdigen wusste? Jedenfalls schlüpfte ich anschließend recht zügig, fast schon fluchtartig, in meinen Schlafsack und konnte von dort aus noch die erste Viertelstunde von “Yo-Yo Girl Cop” (Japan, 2006, Regie: Kenta Fukasaku) mitverfolgen bis mich der Schlaf endgültig übermannte. Als irgendwann der Abspann lief, wurde ich noch einmal wach und konnte aus den negativen Kommentaren von Mi. und Ma. schließen, dass ich in der Zwischenzeit nichts verpasst hatte. Der Film war wohl kein besonderer Knüller.

Am nächsten Tag spätstückten wir noch ausgiebig und schauten keine weiteren Filme mehr – Die Glotze blieb kalt. Alles in allem war es wirklich ein gelungener Videoabend im kleinen Kreis, den man unbedingt mal wiederholen sollte.

Memo für mich: Die neue Isomatte und der neue Schlafsack sind absolut in Ordnung, aber beim nächsten Mal unbedingt noch ein Kissen mitbringen – Ich kann einfach nicht ohne!


1 Kommentar bisher
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[...] Da die vergriffene Tin Box von “Neon Genesis Evangelion” inzwischen zu unglaublichen Phantasiepreisen gehandelt wird, stückelte ich mir die sieben Einzel-DVDs der Serie nach und nach bei verschiedenen Anbietern zusammen. Angefixt durch “Paprika”, den uns M. aus Mannheim auf seiner letzten kleinen Filmsession gezeigt hatte, verlangte meine Seele nach mehr Stoff vom Meister Satoshi Kon und ich besorgte mir “Tokyo Godfathers”. Dieser Film begeisterte mich wiederum so sehr, dass ich mir blind Kons TV-Serie “Paranoia Agent” bestellte – Ein absoluter Volltreffer, wie sich nun beim Anschauen der ersten Episoden herausstellte. Ich bin total begeistert! [...]

Pingback von Squalus am 11.12.2007 um 20:02



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