Direktmarketing-ring-ring
Montag, 3. Dezember 2007, 18:15 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein, Genervt!

Eigentlich wäre dieser Beitrag ja bereits schon am letzten Freitag fällig gewesen. Nach einem heiteren und beschwingten Arbeitstag genehmigte ich mir just for fun ein Nachmittagsschläfchen. Kurz nachdem ich die Pforten ins Traumreich durchschritten hatte, nudelte das Telefon. Im Halbschlaf griff ich völlig erschlagen nach dem Hörer und hatte irgendeine hyperfreundliche Frau Soundso vom Furzer-Institut am Ohr. Ich quittierte ihre geschleimte Gesprächseinleitung mit einem ironischen “Interessant!” und beendete das Gespäch in einseitigem Einvernehmen. Totmüde und absolut angepisst vor Wut wollte ich das Erlebnis gleich im Blog verwursten, allerdings wollte mein blutleeres Hirn keinen passenden Text ausspucken. Ein seitenlanger Schimpfwortschwall wäre passend, aber inhaltlich leider ein wenig zu dünn gewesen.

Da ich schon einmal online war, ließ ich mich gleich auf alle verfügbaren Robinsonlisten setzen. Zwar ist das kein Universalheilmittel gegen die Marketing-Pest, aber jeder einzelne Email-Spammer, Briefkasten-Werbevermüller oder Telefon-Terrorist, der nicht mehr mit mir in Verbindung tritt, bedeutet für mich wiedergewonnene Lebensqualität. Ja, dieses ganze Direktmarketing ist inzwischen so schlimm geworden, dass man durchaus von einem Verlust der Lebensqualität sprechen kann. Diese gottverdammten Arschlöcher dringen zu jeder erdenklichen Stunde in dein privates Leben ein, stehlen deine Zeit und stören dich – egal wobei. Sie tyrannisieren dich sogar sonntags mit fertig aufgezeichneten “Gewinnbenachrichtigungen”, verstecken sich feige hinter ihrer Rufnummernunterdrückung und wollen nur eines: Dein Geld! Da helfen keine Gesetze oder ein Bundeswehreinsatz im Inland. Diesem Mistpack kommt inzwischen keiner mehr bei.

Drei Tage später: Ich kam heute von der Arbeit – [IRONIE MODE ON] frisch und ausgeruht wie gerade aus dem Urlaub zurück [IRONIE MODE OFF] – und gönnte mir ein kleines Nickerchen. Die Grenzkontrolle zum Traumland hatte ich erfolgreich hinter mich gebracht und wollte gerade auf “Wolke 7″ steigen … als das verdammte Telefon dudelte! Schon wieder war es das Furzer-Institut. Diesmal hatte ich einen Kerl dran und ich fühlte mich von Gott, Welt und Gesetzgeber verlassen. War mein spontanes Auflegen am Freitag nicht Wink mit dem Zaunpfahl genug? Und … verstößt Schlafentzug nicht eigentlich gegen die Genfer Konventionen?

Ich bin in den letzten Jahren wirklich zu einem Stoiker mutiert, aber diese Nervensägen bringen mich in den roten Bereich! DICKER HALS!!!


1 Kommentar bisher
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[...] Es geschehen also noch Zeichen und Wunder!? Naja, ich musste zwar ein wenig nachhelfen, aber das Ergebnis steht in einem überproportional guten Verhältnis zum minimalen Einsatz. Ich hatte mich ja im Dezember in verschiedene Robinsonlisten eingetragen und das hat nach einer kurzen Anlaufphase tatsächlich zu einer spürbaren Verbesserung meiner Lebensqualität geführt. Es ist einfach angenehm, sich nachmittags oder am frühen Abend kurz auf’s Ohr hauen zu können, ohne dass man von irgendeinem Mitglied der Call-Qaida aus dem Schlaf gerissen wird. Und es ist gut zu wissen, dass der eigene Briefkasten kein Altpapiercontainer für schwachsinnige Massenpostings ist, die sowieso keine Sau interessieren. [...]

Pingback von Squalus am 17.03.2008 um 19:12



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